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Amerika unter Trump: die Weltmacht sortiert sich
neu entlang der Infragestellung bisheriger Ord-
nungsprinzipien nach aussen wie innen

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Anlaesslich des Ausgangs der US-Praesidentschaftswahlen 2016 -  Nov. 2016/Jan. 2017



Dem Trumpschen Programm ist anzumerken eine regelrechte Verdrehung
von Zweck, Verlauf und Resultate des Wirkens des amerikanischen Imperia-
lismus.
1. Ökonomisch
Der US-Staat hat Jahrzehnte lang fuer die weltweite freie Betaetigung ame-
rikanischen Kapitals zur Eroberung von Absatzmaerkten, Kapitalanlage-
sphaeren wie konkurrenzfaehigen Zulieferbedingungen fuer US-Konzerne
gewirkt; er hat im Verein mit anderen Wirtschaftsmaechten einiges an 
Schranken weggeraeumt fuers gnadenlose Konkurrieren der Kapitale in-
ternational. Darueber hat sich einiges an wirtschaftlichsmaechtigen und
politischen Potenzen bei den Amis akkumuliert; der Kontinuitaet wie dem
Ausbau amerikanischer Weltherrschaft ist dies unverkennbar zugute ge-
kommen.
Dieser von Amis initiierte und betreute freiheitliche Weltmarkt schliesst
auch ein, dass andere Nationen oder Wirtschaftsbloecke aufschliessen und
den Yankees ernste Konkurrenz machen und einiges an Erfolgsgewoehntem
streitig machen.

Dass den USA damit einiges an fuer selbstverstaendlich Zukommenden
in Sachen wirtschaftlicher und politischer Potenz abgeht, dies verdrehen
die Propagandisten eines neuen amerikanischen Weckrufs so, als waeren
wie auch immer beschaffene Niederlagen oder auch nur weniger Erfolgs-
bilanzen bezogen auf die amerikanische Weltmaechtigkeit das Ergebnis
eines Wegnehmens amerikanisch beanspruchter Besitztuemer durch
fremde Maechte, die denen nicht zustuenden. Das, was sich als Resultat
von den Amis gewollten und vorangetriebenen globalen konkurrenzlerischen
Wirtschaftens eingestellt hat, wird wie eine widerrechtliche Aneignung
eigentlich den USA Zustehendem gedeutet.


2. Politisch-militaerisch
Wenn Trump in der Rede zu seiner Ernennung als oberster Ami behauptet,
die amerikanische Armee habe wesentlich die Grenzen anderer geschuetzt
statt US-Interessen, so ist dies schon wieder die Unwahrheit, entspringt
interessegeleiteter Verdrehung von weltmächtigem Anspruch und Wirkungen
desselben in der übrigen Staatenwelt.
Denn es war immer schon Zweck der omnipotenten Praesenz der Amis rund
um den Globus die Zurichtung der Staatenwelt auf sich und seine weltpoli-
tischen Interessen. Dazu gehoeren nicht wenige Feldzuege gegen Staaten,
die dem Ordnungsansinnen der USA im Wege standen. Das militaerische
Zerstoerungswerk ging allerdings nicht automatisch einher mit "Nation
Buildung" nach Geschmack der Yankees. 
Dies fuer die Amis unzufriedene Ergebnis ihrer Ordnungsstiftung, nichts
als failed States, zudem als Formierungs-/Rekrutierungs- u./o. Rueckzugsgebiete
neuer unhandlicher militanter Gruppen, fehlende flaechendeckende Durchsetzbarkeit der
als neue westliche Statthalter Vorgesehenen, Eigenmächtigkeiten auch inferiorer
Staatsgebilde  - all dies taucht im Weltbild des Nachfolgers im hoechsten Staatsamt
der Welt spinnert so auf, als waere es um Schutz von fremden Souveraenen bzw.
deren Grenzen gegangen statt um US-Belange. Was letzteres im woertlichen Sinne
betrifft: es zeichnet ein ziemlich naives Weltbild, dies auch nur zu uebertragen auf
die bisher zuverlaessigen Buendnispartnerstaaten: es kennzeichnete immer schon
ein Benutzungsverhaeltnis, welche Beziehungen die USA zu anderen Nationen pflegten,
naemlich diese zu funktionalisieren fuer die ausgreifenden Interessen der Weltmacht -
von wegen selbstloser Schutz fremder Staaten bzw. deren Grenzen; was die 
USA im Verhaeltnis zu denen entdecken, auf die sonst schon mal Verlass
war hinsichtlich deren Unterordnung unter das US-Weltordnungsregime, dann
wohl eine immer offenkundigere Differenz zwischen dem, was Trump als America
first reklamiert und den nationalen Eigeninteressen anderer Souveraene.



Trump-Rede vor US-Kongress am 1.3.17
Zum einsinnigen Weltbild des neuen US-Weltherrschers

Der Rede konnte man in aller Deutlichkeit entnehmen, welche verzerrende Weltdiagnose diesen Mann im hoechsten und
maechtigsten Staatsamt der Welt in seiner "Amerca first"-Politik leitet:
Die Welt, wie diese seit Jahrzehnten hergerichtet war, war bestimmt von, gehorchte im Wesentlichen den vom Ami-Staat
durchgesetzten Erfolgsbedingungen fuer amerikanisches Kapital, amerikanischen Kredit und amerikanisches staatsmaenni-
sches, imperialistisches Auftrumpfen weltweit. Der neue oberste Ami verdreht diesen Weltzustand gesicherter und ausge-
bauter US-Weltherrschaft regelrecht in eine Ansammlung von lauter Gelegenheiten zur "Ausnutzung Amerikas" 
durch
die uebrige Welt. Dass der nach wie vor unangefochtenen Weltmachtstellung der USA nichts mehr so selbstverstaendlich,
zuverlaessig zugute kommt,packt der Haudegen im maechtigsten Amt der Welt in die Luegenpackung,das wuerde hinauslaufen
auf eine Untergrabung amerikanischer Geltung ueberhaupt.  Diese Deutungskunst schert sich weder darum, wie das wirkliche
Verhaeltnis von global angelegter politischer und oekonomischer Konkurrenz und dessen Resultaten beschaffen ist noch
darum, wie die Vorgaengerregenten des Trump dem Weltmachtstatus der USA auf ihre Weise Geltung verschafft haben.
Es ist ein grandios davon absehender Standpunkt der Ueberhoehung dessen, wie Amerika dastehe: dass es nicht so dastehe,
wie es sich fuer eine Weltmacht eigentlich gehoere, kommt daher wie ein nationaler Notstand.
Andererseits kann man diesem dokumentieren Groeßenwahn entnehmen:lag dem Aufstieg des Groefaz ein nationaloekono-
mischer, ueberhaupt nationaler Bedeutungsverlust zugrunde, deshalb ein kriegerisches Welteroberungsprogramm auf die
Wiedererlangung deutscher Groesse aus war, sieht ein Trump seinen US-Laden am Absinken von dem Status einer jedenfalls
grundsaetzlich  erstmal gar nicht bestrittenen Weltmacht Nr. 1 her. Von daher kann man den anspruchsvollen Maßstab gewahr
werden, was dieser  Grosskotz im Weissen Haus machtpolitisch vorhat, wenn er  a l  s  im Prinzip unbeeintraechtigte Weltherr-
schaft laute Unterminierungen derselben seitens auesserer Feinde wittert.
Dieser Diagnose, die meint, von nichts als Amerika feindlich Gesonnenen umgeben zu sein, steht gegenueber ein entsprechend
feindselig gestricktes Gegenprogramm gegen den Rest der Welt: das den amerikanisch ausgerichteten freiheitlichen Welt-
markt kennzeichnende Moment von Respektierung gegensaetzlicher Benutzungsinteressen fremder Nationen als Hebel fuer
das globale US-Bereicherungswesen wird zumindest zurueckgedraengt: es geht jetzt um unbedingte Durchsetzung amerika-
nischen Rechts auf Wirtschaftserfolg weltweit; die formellen Insignien des Weltmarkts mit dem zugrundeliegenden Ver-
haeltnis wechselseitiger Versicherung von Staaten ueber die Benuetzungsweisen und -rechte werden damit zwar nicht aufge-
hoben; die neue amerikanische Weltwirtschaftspolitik verficht das Ideal von vertraglichen Zusicherungen einseitiger oekono-
mischer Vorteilsgewaehrung durch die gegnerischen staatlichen Kontrahenten. - Im Innenleben der US-Nation greifen neue/
alte Formen des ruecksichtslosen Einsatzes originaerer amerikanischer Erfolgsmittel: war es schon immer ueblich, alles, was
als Schutzvorkehrungen gegen unverfaelschte Freisetzung der amerikanischen Konkurrenzinteressen verstanden wurde,
gar nicht erst zuzulassen oder wegzuraeumen, waren bei den Vorgaengerregierungen von Trump einige Modifikationen
unterwegs: Umweltauflagen, finanzpolitische Restriktionen, gesundheitspolitische Betreuung (z.B. Obama-Care); all dies
wird von dem neuen Oberimperialisten in Washington so ziemlich oder weitgehend hinweggefegt als einzige Behinderungen
amerikanischen konkurrenzlerischen wirtschaftlichen Erfolgsstrebens.





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