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Zur Berichterstattung der buergerlichen Journaille anno 16. Febr. 2015:



Die Welt als Anschlagsserie - zur parteilichen und gemeinen
Sicht der Journaille auf die Gewalttraechtigkeit des imperia-
listischen Weltzustandes
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Ob NDR Info, Heute Journal und Tagesschau: der 16. Febr. 2015, und nicht nur der,
war ein "denkwuerdiger" Tag:
Es koennte einem davor grausen, wie die Journalistenzunft die Aneinanderreihung
von militaerischer Militanz und Gegengewalt zum Thema macht.

Gaenzlich frei davon, irgendwelchen kriegsmaesssigen Gewaltakten auf den Grund zu 
gehen, geht sie von diesen als festen Bestandteil des imperialistischen Laufs der Welt
aus. Von daher erklaert sich auch:
Zum  zweiten  sortiert  sie  natuerlich  die  registrierten  Gewaltakte  hin-
sichtlich ihrer Legitimitaet und Nicht-Legitimitaet. Von den massgeblichen imperialis-
tischen Subjekten nicht gedeckte Gewalt gehoert unerbittlich verfolgt und bestraft.
Die Fahndungsstrategie und -erfolge der Verfolgungsbehoerden haben es den Bericht-
erstattern angetan, ebenso ob und inwieweit geplante Attacken von "Terroristen"
eben vorab vereitelt werden konnten - und werden darueber nicht irre,wie hier ein Zir-
kel von staendiger Gewalt und neuen Gegenattacken am Werk ist. - Soweit ueber-
haupt irgendeine Begruendung fuer grausige Handlungen gesichtet wird, kann es sich
bloss um moralisch Verwerfliches handeln; nie und nimmer wuerde buergerlichen Jour-
nalisten einfallen, wie das, was als nicht genehmer "Terrorismus" dingfest gemacht
wird, nichts als
negatives Abziehbild imperialistischer Gewalttaetigkeit ist: "Terroristen"
machen sich ihren polit-moralischen Vers auf das zerstoererische Wirken der imperia-
listische Maechte und dringen auf praktische militante Gegenwehr; nicht zufaellig lebt
diese dort auf, wo die kapitalistischen Staaten eine kriegerische Flurbereinigung in
den Heimstaetten des Islam wie Irak, Libyen usw. unternommen haben.

Dazu folgendes Belegmaterial:

1.
Attentaeter mit islamischem Hintergrund wird von Polizei erschossen, nachdem mehrere
Personen durch diesen zu Schaden gekommen waren (Kopenhagen, Daenemark).

Es interessiert die Berichterstattung nicht im Mindesten,welches polit-moralische Welt-
bild hier jemanden bei seinem toedlichen Feldzug leitet und so in die Tat umsetzt. Das
wuerde ja schon fast an verstaendiger Herangehensweise grenzen, die sich nicht ge-
ziemt (den Unterschied von Bezeugen eines Verstaendnisses u. Aufzeigen eines Grun-
des fuer eine Tat kennt die Journaille offenbar nicht!).
Was einzig von Interesse ist: handelte der Taeter als Einzelkaempfer oder als Teil einer
organisierten Gruppe? Woher hatte er die Waffen (die Presse recherchiert: es gab in
der Hinsicht Mitbeteiligte)? Vorbestraft soll er auch noch gewesen sein. Kann man mehr
zur Einhegung sich anbahnender Anschlaege unternehmen?

2.
Terroristen des "Islamischen Staates" (IS) richten eine Reihe von Angehoerigen einer
Christengemeinde in Libyen hin.

Abscheulich ist diese Tat als erstes zu nennen laut Journalistenzunft. Gnadenlos nieder-
zumachen sind nach dieser die IS-Unholde ebenso: verstaendnisvoll wird darueber be-
richtet, wie sich auch Aegypten mit seiner Luftwaffe in die Anti-IS-Koalition einreiht und
kraeftig Stellungen des IS in Libyen bombardiert.
Auch hier:Grund und Zweck des islamistisch ausgerufenen Krieges gegen die Maechte des
"Boesen" sind nicht Gegenstand des Journalistenhandwerks. Einzig Gesichtspunkte des
grundlos Grausamen beim IS und dessen in Ordnung gehende Bekaempfung seitens des
sowieso nicht kritikwuerdigen militaerisch ueberlegenen Imperialismus sind fuer es von 
Belang ("Kritik" fand/findet an anderer Stelle schon mal als Parteigaengerschaft in Bezug
auf die Imperialisten statt: sie haetten bestimmte islamische Volksgruppen z.B. bei der
westlichen Ausrichtung des Irak vernachlaessigt, also ein strategisch-taktischer Fehler
der Westler bei der erfolgreichen = folgsamen Eingemeindung derselben zugunsten der
neuen westlichen Statthalter im Irak!).

3.
Karneval in Braunschweig wird abgesagt, ausgerechnet der groesste Umzug von der
Art in Norddeutschland - wegen Terrorwarnung!

Gratulieren kann die Journaille einerseits den Fahnungsbehoerden ob deren fruehzeitiger
Erkenntnisse ueber terroristische Planungen.
Dass Islamanhaenger auch noch in den Karnevalsslogans eine krasse Verletzung des is-
lamischen Ehrgefühls und schreiende Ungerechtigkeit entdecken, die zur kaempferischen
Tat herausfordern, davon lassen wir uns im Westen doch nicht das Feiern nebst hetzeri-
scher Meinungsfreiheit gegen den Islam verbieten, was sodann in Koeln und Mainz deftig
ausgelebt wurde!


Auch dort, wo regelrechte Kriegshandlungen stattfinden, steht die Journaille nicht an,
den objektiven Interessensgegensaetzen der Kriegsparteien auf den Grund zu gehen.
Die Beschaffenheit der taktischen und strategischen Berechnungen der Parteien sowie
die Einmischungsgebote "guter" Dritter und Ausmischungsgebote zu weltpolitisch unbe-
rechtigt erklaerten dritten Nationen sind allenfalls von Interesse:

Trotz vereinbarter Waffenruhe flammen die Kaempfe zwischen Separatisten in Ostukraine
und regulaerer ukrainischer Armee immer wieder auf.

Die Journalistengemeinde stellt sich ignorant dagegen, dass ein Waffenstillstand noch
lange nicht die Gruende aus der Welt schafft, weshalb sich zwei Parteien bekriegen.
Es wird von den westlichen Oberaufsehern Merkel und Hollande zusammen mit Putin
ausgeheckt, dass sich die Kriegsparteien u.a. hinter bestimmte Linien mit ihrem Kriegs-
geraet zurueckziehen - und es wird sich gewundert, dass erobertes Gelaende gegen die
jeweils andere Seite nicht so ohne Weiteres wieder aufgegeben wird, die nach wie vor
der Feind ist, gegen den man, Waffenstillstandsvereinbarung hin oder her, eben weiter-
hin seine Kriegsgruende hat; oder andere Gebiete/Orte neu oder fortgesetzt gegen den
Feind okkupiert bzw. verteidigt werden, fuer die in Waffenstillstandsvereinbarung keine
eindeutige/hinreichende Regelung festgehalten wurde.
Es wird einzig von den Berichtsexperten gewaelzt: haelt die Waffenruhe wenigstens im
Grossen und Ganzen; kann sich der Westen dabei durchsetzen - muss er gar haertere
Geschuetze auffahren, um die Parteien zur Raeson zu bringen?
Den Westen interessiert dabei v.a., wie hier zum x-ten Male ein Hebel gegen Russland
in Anschlag gebracht werden kann; fuendig werden die Journaille und ihre imperialisti-
schen Herren wie auch in der Vergangenheit allemal v. ihrem interessegeleiteten Stand-
punkt her: was die Russen alles dazu beitragen wuerden, dass und wie die Separatisten
aus dem westlich inspirierten Ordnungsrahmen ausscheren.



          




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