Tages-Politik - Analyse und Kritik

 
 



Juni 2020

Zu den Unruhen in USA wegen Rassismus und Polizeigewalt


Die schäbige Behandlung von Farbigen, woran sich in USA immer wieder Unruhen entzünden, ist keine Frage der Haltung oder Stellung zu Schwarzen. Es hat zu tun mit der durchgehend prekären materiellen Lage von Nicht-Weißen: die so gut wie generelle Erfolglosigkeit als Konkurrenzsubjekte mit Tendenzen der Lebensbesorgung außerhalb des in USA Erlaubtem als Konsequenz der systematisch vom nationalen Kapital und unter rechtsgewaltiger Absicherung durch den US-Staat beigebrachten Niederlagen im aufoktroyierten Lebenskampf in Amerika wird denen als deren Eigenart zugeschrieben (von daher rührt eben das Willkürliche und Brutale in/bei der polizeilichen Behandlung von Schwarzen, denen per se als Rechtsbrecher von den Ordnungshütern begegnet wird).

Aus oben genanntem Grunde geht es fehl, die Ablegung von Rassismus sei ein bloße Frage gehörigen Respekts gegenüber Farbigen. So wird auch von den Gegnern der polizeilichen Terrorisierung von Schwarzen die im System der Konkurrenz angelegte rassistische Verachtung von Nicht-Weißen verkannt, wenn die senkrechte Antwort darauf sein soll, dem umgekommenen Farbigen Floyd dadurch Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, dass die Täter im Staatsamt der USA ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. - Es verhält sich ähnlich wie in dem allgemeineren Fall des Hochhaltens von Gleichberechtigung: gegen die nach wie vor in Kraft gehaltenen Umstände faktischer Ungleichbehandlung und deren Gründe in den kapitalistischen Benutzungsinteressen wird ein verfassungsmäßiges Gebot der Gleichbehandlung gefordert oder erlassen - sodass der Stoff für Klagen wegen Ungerechtigkeiten nie ausgeht, wenn in der bürgerlichen Wirklichkeit das stets reproduziert wird, woran sich die Konkurrenzideale festmachen.

Derweil behandelt der aktuelle US-Präsident die als Beleidigte und Entrechtete der Ami-Nation Aufmüpfigen wie eine innere Kriegspartei, die mit Einsatz des Militärs abgeräumt gehörten.  - Die Reaktion des politischen Konkurrenten von Trump, Biden, ist nicht weniger gemein: der macht aus dem Todesfall eine Frage der gescheiten Führung der amerikanischen Nation; statt Spaltung und Polarisierung seitens Trump gelte es, die Schwarzen und deren staatlich und kapitalistisch erzeugte Unzufriedenheit unter Beibehaltung von deren Gründen im System der bürgerlichen Konkurrenzgesellschaft einzubinden und für den ungestörten  US-nationalen Fortgang produktiv zu machen.