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ARD-Monitor-Sendung zu den Rechten und AfD anlässlich der Wahl in
Sachsen/28.8.19:

Mit (selbstloser) Selbsthilfe die (sächsische) Heimat verschönern,
statt der Rechtspropaganda vom Niederregieren der „stolzen Heimat“
durch die Etablierten auf den Leim zu gehen?

 

Wenn man sich das Programm der AfD zur Sachsenwahl 2019 unvoreingenommen zu Gemüte führt,
kann man dem entnehmen, dass alle behaupteten Missstände erstens garantiert nicht die Be-
schädigung der materiellen Lage der Abhängigen 
durch die auch von den Rechten in Ordnung ge-
henden mächtigen Interessen eines nationalen Kapitals unter Lizensierung des durch die Etablier-
ten geführten regionalen Staatswesens betreffen. Denn zweitens kommen diese ohnehin als Zei-
chen für einen viel bedeutungsschwereren Schaden an dem sächsischen Nationalgebilde und des-
sen Ertüchtigung vor – und drittens ist der auf letzteres abgestellte „grundlegende Richtungswech-
sel“ Hebel eben für das Gegenteil einer Zuwendung zu den scheiternden materiellen Belangen des
einfachen Volkes und der Klärung dessen, wie dies in der kapitalistischen Verfasstheit d
es „Frei-
staates Sachen“ begründet ist, den die AfD erobern will, um alles Etablierte als ‚Schande‘ für die
sächsische Heimat davonzujagen: die Minderbemittelten sollen wieder stolz sein können auf ihre
Heimat. Und dafür ist diesem politischen Rechtsverein nur allzu geläufig, was ein zu ertüchtigender
nationaler Standort erfordert: viel Rechtsgewalt, um störende Elemente für eine sichere und das
Aufblühen der Nation zu eleminieren; „unser Wohlstand“ spricht gleich von dem Reichtum als wel-
chen, der mit viel Leistung und wenig materiellen Ertrag für diejenigen zu erarbeiten ist, auf die
sie sich ständig beruft bzw. deren „ungerechte“ Lage für sie nichts als Ausweis unanständigen
Regierens der Nation ist – der Seitenhieb auf „leistungsloses“ Einkommen macht gleich die Nähe
zur faschistischen Totalität des bedingungslosen Einsatzes für den nationalen Kapitalismus auf,
eben vollständig gleichgültig dagegen, welche in Kraft gesetzte gültige kapitalistische Interessen
es verhindern,
warum jemand seine Brötchen nicht zu verdienen in der Lage ist.

https://www.afdsachsen.de/wahlen-2019/regierungsprogramml2019.html:

„Die seit fast 30 Jahren mit wechselnden Partnern herrschende, berlinhörige CDU hat unseren liebenswer-
ten, traditionsreichen Freistaat weiter und weiter in Sackgassen regiert. Diese Sackgassen heißen unter
anderem überregulierter Mittelstand, vernachlässigter ländlicher Raum, explodierende Kriminalität, darbende
Bildung und arbeitsplatzvernichtende Energie-Abenteuer. Damit muss endlich Schluss sein!

Die AfD Sachsen legt hiermit ein Regierungsprogramm vor, das diese Politik beendet, einen grundlegenden Richtungswechsel herbeiführt und Sachsen wieder zu dem macht, was es einmal war: eine stolze, familien-
freundliche und sichere Heimat. Eine natürlich gewachsene Heimat, die eine sichere sächsische und deut-
sche Identität prägt, nicht aber eine künstliche europäische Identität, die es so nicht gibt und nicht geben
kann. Eine Heimat, in der sich alle wohlfühlen, die unsere Sprache sprechen, die unsere Werte und Gesetze
achten und die bereit sind, ihren Anteil zu unserem Wohlstand beizutragen statt ohne eigenen Beitrag und
Leistung nur Nutzen daraus zu ziehen.“

Dagegen die Monitor-Sendung:

„...Warum wählen sie trotzdem die AfD? Dafür gibt es immer wieder die eine Erklärung: aus Protest, aus
Frust über die anderen Parteien, weil man sich abgehängt, benachteiligt, verraten fühlt. Aber taugt das
wirklich als Rechtfertigung?

Quelle:
https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/landtagswahlen-124.html

Es wird offen das grassierende Elend geschildert: Niedriglohn- und – Niedrigrentenniveau und jede
Menge Tafeln für Arme, die sich das Nötigste nicht leisten können, ausgedehntes Dichtmachen
von Geschäften, weil keine ausnutzbare Kaufkraft vorhanden ist.

Ausgerechnet diejenigen, die dies Elend von höherer Stelle verordnet kriegen, wird
entgegengehalten, dass sie nichts tun würden, um sich irgendwie daraus zu winden:

„Viele hätten resigniert, sich in Klage und Mangel eingerichtet. Anstatt es ‘selbst auf die Reihe zu kriegen‘,...“

„...Jeder schimpft nur für sich, aber keiner will irgendwo mal aufstehen und sagen: Leute, wir müssen was
tun!“

 

Andere werden dagegen zitiert als leuchtende Beispiele fürs „Anpacken“ – und dies bezieht sich
ausgerechnet auf nichts als die Insignien eines kapitalistischen Standortes, mit dem die Unzufrie-
denen zufrieden zu stellen wären: wenn ein Einzelhandelsgeschäft aufgibt, macht man die Not zur
Tugend, und macht behelfsmäßig aus seinen eigenen bescheidenen Mitteln einen eigenen auf, der
dann die spärliche Kaufkraft sich an Land ziehen kann; wenn Ärztemangel ist, sorgt man selbstini-
tiativ für einen Nachfolger/Nachfolgerin, damit die Leute zum Funktionieren als nationale Insassen
und vielleicht noch als Erarbeiter des Geldreichtums für ein paar Geschäftsleute die medizinischen
Voraussetzungen dafür irgendwie gewährleistet kriegen; für das künftige dienstbare Material des
„sächsischen Freistaates“ wird auch eigentätig die Versorgung mit Bildungsanstalten angegangen.

All dies stellt eben darauf ab, wie die Leute als Angehörige eines Zwangszusammenhalts
namens Nation
vorkommen:

„...Hartnäckig kämpfen Schütz und seine Golzower um alles, was den Ort am Leben hält...“

 – und auf die Weise soll den Rechten das Wasser abgegraben werden, die nichts als Versprech-
ungen hinausposaunen würden:

„Frank Schütz (CDU), ehrenamtlicher Bürgermeister Golzow: ‚Es gibt große Zusagen, es gibt große Versprech-
ungen, es gibt - sobald irgendwo ein Problem - wir kümmern uns...‘“

Wie zum Anliegen gemacht wird, den Zuspruch der Unzufriedenen für die Nation im Kleinen aufzupäp-
peln bis zur regelrechten Begeisterung für dieselbe, möchte man fragen, was noch der Unterschied
zu den Rechten sein soll:

„Frank Schütz (CDU), ehrenamtlicher Bürgermeister Golzow: ‚Warum greifen die Aussagen, die eine AfD tätigt,
in unserem Ort? An welchen Stellen müssen wir noch mal nacharbeiten? An welchen Stellen haben wir Fehler
gemacht? Wo haben wir vielleicht zu wenig auch die Leute dann doch mitgenommen?‘

Lösungen finden, gemeinsam, ganz konkret. Schütz glaubt, dass das hilft gegen Ängste und Parolen...
Georg Restle: ‚Anpacken statt rechte Parolen schwingen, vielleicht geht es ja genau darum, Menschen in
ihrem konkreten Engagement vor Ort zu unterstützen...‘“

In einem täuschen sich die „Anpacker“: den Rechten geht es um viel Prinzipielleres,
als die ersteren meinen, mittels Selbsthilfe das Einvernehmen der Bürger mit den nationalen Zustän-
den zu organisieren: es liege insgesamt mit der Nation etwas im Argen, wenn die etablierten
Parteien des Verrats an ihr bezichtigt werden.

Es ginge nämlich lt. AfD um:

„...Eine natürlich gewachsene Heimat, die eine sichere sächsische und deutsche Identität prägt, nicht aber
eine künstliche europäische Identität, die es so nicht gibt und nicht geben kann...“




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