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DGB-Chef Hoffmann zu Europa/Zeitschrift "Einblick",Nr. 2-2016:


Wie ein oberster Arbeiterfuehrer den erzbuerger-
lichen  Politiker des imperialistischen Deutsch-
Europas macht
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Wenn der R. Hoffmann sich zu Wort meldet, ist jede Erinnerung daran ausgeloescht, es ginge
bei Gewerkschaften um die materiellen Interessen von abhaengig Beschaeftigten bzw. deren
Erstreitung im gewussten Gegensatz zur Seite des Kapitals.

Das beginnt mit der so ziemlich anti-materialistischen Stellung zur Lohnarbeit: wer sich der als
"gute Arbeit" sein sollende kuemmern will, der ist ueber jede Kritik erhaben, wie die Interessen-
lagen der im Lohnarbeitsverhaeltnis Involvierten beschaffen sind,wie sich das Interesse der Un-
ternehmerseite an billiger und ertragreicher Arbeit von Lohnarbeitern und materiellen Interes-
sen der letzteren in einem feindlichen Gegensatz zueinander befinden. Wer so daher redet, der
hat einzig das Gestaltende an der kapitalistischen Plackerei im Blick: "gute Arbeit" ist sowas,
trotz aller bleibenden Muehsal und Existenzsorgen in und wegen der Lohnarbeit sich im kapita-
listischen Getriebe heimisch zu waehnen; Unvertraeglichkeiten im staendigen betrieblichen Be-
waehrungskampf, was Leistungsanforderugen, Arbeits- und Entlohnungsbedingungen betrifft,
interessieren einzig unter dem Gesichtspunkt, sich an der Ausbeutungsstaette zuhause fuehlen
zu koennen; dies unterstellt eine Sicht auf den Arbeiter, der seinen Dienst am fremden Kapital-
reichtum machen will und koennen soll - und die gewerkschaftliche Betaetigung besteht dann
darin, ihm darin zu Seite zu stehen. Als arbeiterfeindlich kritisieren darf man dies in deutschen
Gewerkschaften nicht.


In Sachen Stellung zu Europa gibt der DGB-Chef nurmehr den buergerlichen Politiker im Gewerk-
schafter zum Besten, wo nur noch das grosse nationale bzw. das uebernationale, deutsch-
europaeische Ganze Thema ist.

Wenn von "Krise des Weltfinanzsystems", wachsende "Schere zwischen Arm und Reich",Millionen
Arbeitslosen die Rede ist, dann ist fuer den Hoffmann absolut fern jeder Arbeiterbelange der
"soziale Zusammenhalt Europas" gefaehrdet: wieso sollte man denn als europ. Fussvolk,fuer das
sowieso nur die Opferrolle vorgesehen ist, fuer den Zusammenhalt Europas stark machen?
Im Europa der Kapitale und der Bereicherung der Euro-Staaten in Konkurrenz, auf Kosten der
jeweils anderen sind Arbeiter ausschliesslich als arbeitssames und billiges Ausbeutungsmaterial
gefragt.

Den Arbeiter in Europa spricht der oberste Gewerkschafter gleich nur als Buerger mit nationaler
oder euroaeischer Brille an:"Vertrauensverlust" wegen "schwerster Wirtschafts- und Finanzkrise
der Nachkriegszeit" fuehre zu "Entsolidarsierung in Europa und Renationalisierung im politischen 
Denken und Handeln"; "Europa als Wertegemeinschaft scheint handlungsunfaehig".
Warum sollte man sich denn fuer ein "handlungsfaehiges Europa" einsetzen: dies ist schliesslich
ein Projekt von Staaten, bei dem es um Vergemeinschaftung wirtschaftlicher Macht um deren
schlagkraeftiger Vermehrung willen in Konkurrenz zu anderen Weltmaechten geht, wovon kein
Arbeiter je was hat - es sei denn, man luegt sich und anderen eins in die Tasche,"bis dato"(vor
Krise) habe die EU "fuer die ueberwiegende Mehrheit der Europaeer... eine Verbesserung ihrer
Lebens- und Arbeitsbedingungen gebracht."

Hoffmann nimmt unmittelbar Partei genau fuer die innereuropaeischen Regelungen wie "freier
Verkehr von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital", mit denen europ. Staaten einen
neuen Wirtschaftskoloss herbeiregieren wollen, deren Untergrabung als "Verstopfung der Le-
bensadern der EU" gegeisselt wird. Wieder fragt man sich: welche Sorgen macht sich hier ein
Gewerkschafter um Sachen, die sonst nichts als imperialistisches Sorgeobjekt der staatlichen
Kommandeure ueber Mio. von Arbeiter sind? - Er reiht darin wg. freizuhaltender Grenzen in Eu-
ropa auch die Grenzgaenger/-innen ein, die millionenfach ueber die Grenzen zur Arbeit muessten:
den Zwang,der Existenz wegen in ganz Europa dem Kapital in Sachen Arbeit hinterherzuhecheln
und sich europaweit als Arbeiter dem Vergleich der Kapitale aussetzen zu muessen, feiert der
Hoffmann als "Freiheit des Personenverkehrs".

Und zum Schluss dieses:
"Jede Grenzkontrolle beeintraechtigt zudem die vernetzte Produktion in ganz Europa": so ver-
kommen sind heute Gewerkschafter, dass sie Beeintraechtigung kapitalistischer Produktion eu-
ropaweit beklagen, also das Gewinnemachen auf Kosten der Arbeiter Schaden nehmen koennte.








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