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Nach der Wahlschlappe der Partei Die Linke in Brandenburg/Sachsen –Sept. 2019:


Katzenjammer bei Die Linke und opportunistische Abwägereien
zur Wiedergewinnung von zu den Rechten abgedrifteten Linken-
Wähler
- statt Kritik des Übergangs ehemaliger Links-Partei-Wähler vom
sozialen zum nationalen Protest

 

Mit dem Lamentieren darüber, einstige Wähler hätten einen „anderen Protest“ (K. Kip-
ping) statt den im linken Gewand gewählt und dass jetzt eine programmatische Neu-
aufstellung der Partei anstünde, wohl zur Rückgewinnung des abgewendeten Protest-
potentials, demonstriert die Partei Die Linke ihren Unwillen zu klären, wie ihre von der
Linken nun enttäuschten Wähler politisch gestrickt sind und wie es vielleicht in der linken
Programmatik selbst angelegt ist, dass diese einen Übergang von dem Beklagen mate-
rieller Miseren dazu hinkriegen, im Zustand der Nation den eigentlichen Missstand zu
entdecken.

Wer gar nicht erst vorhat, die sozialen Drangsale seiner Klientel zurückzuführen auf die
kapitalistische Verfasstheit des nationalen Ladens, nämlich wie das abhängige Volk syste-
matisch als Material verheizt wird für die Mehrung  geldlichen Reichtums einer Kapitalisten-
klasse sowie derjenigen der Macht eines Staates, der das bürgerliche Ausbeutungssystems
lizensiert und absichert, sondern letzteren als zuständige Instanz
für die Besorgung sozialen Beheimatetsein von Lohnabhängigen im Kapitalismus
anspricht, kritisch die Herrschenden angeht von wegen ihrer Vernachlässigung
von Werten wie soziale Gerechtigkeit, sozialen Zusammenhalt, wo dann bei letzterem
materielle Nöte nurmehr in ihrer Funktion für die Staatsbegeisterung der Massen
verwandelt vorkommen, der sollte sich nicht wundern, wenn linksgestricktes Staats-
bürgerwusstsein das Soziale sich sogleich ins Nationale übersetzt: die Enttäuschung
über die Herrschaft entdeckt dann, dass mit dieser selbst prinzipiell was im Argen
sein würde; gegen diese als national Unzuverlässige, Unverantwortliche lautet jetzt die
Protestlinie, die sich trifft mit der Beschimpfung derselben als national verräterische
Elite oder Establishment seitens der Rechten.

Es sollte einem deshalb auch nicht wundern, wenn statt Kritik an der linken Nährung
des nationalen Denken als Selbstkritik seitens der Linkspartei eine regelrechte An-
wanzung an dasselbe herauskommen würde. Anschauungsmaterial hat sie ja schon
geliefert mit ihrer Flüchtlingsdebatte mit Annäherungen an die nationalistische Hetze
von wegen „das Boot ist voll“.


Nachtrag

S. Wagenknecht in ZDF-Polittalk Lanz, 12.9.19

Die antikritische Stellung der Linken dazu, wie sich sozialer in nationalistischen Protest
transformiert, hat auch die Verlaufsform, dass z.B. S. Wagenknecht eine Trennung macht
zwischen eigentlicher rechter Politik und Gesinnung der Rechtspartei wie der AfD oder
ihrer Führung und den ihnen entlaufenden Wählern, die nicht wirklich rechts eingestellt
seien, sondern den anderen Parteien ‚bloß‘ einen ‚Denkzettel‘ verpassen wollten – danach
jawohl auch der Linken, sodass man sich fragt: soll das jetzt ein Wink dafür sein, dass
der national gestrickte Protest bei den Linken besser aufgehoben wäre von wegen Wie-
derheimholung der verlorenen ehemaligen Linkswähler? Ganz so wird es wohl nicht
gemeint sein, denn die Rückholung der Wähler von AfD soll ja darüber erfolgen, dass
die Linkspartei den Hokuspokus veranstaltet, einen Wechsel zum nationalen Aufbe-
gehren a la AfD zu registrieren, dabei eben den Unsinn in die Welt zu setzen, das Set-
zen auf Rechtsparteien ginge ohne nationalistische Verseuchung der einstigen Klientel
der Linken.




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