Projekt

Kritische Politik-
und
Sozialstaatsanalyse

Umbau des deutschen Sozialstaates:

Hartz-Reform, Rentenreform, Gesundheitsreform

Sonstige Tagespolitik









Energiepolitik

Klimapolitik












Home | Kontakt | Impressum | Haftung | Sitemap


Zur „neuen Jugendbewegung“: „Fridays for future“ – März-2019:


Wie der Imperialismus zum verharmlosenden Menschheitsanliegen
‚Klimaschutz‘, eben über alle Klassengegensätze und weltweite
Kapital-und Staatenkonkurrenz hinweggehend, verkommt.

--------------------------------------------------------------------

Wenn man es mal für sich nimmt, wie ein Klimawandel mit all den von Wissen-
schaftlern hergeleiteten verheerenden Auswirkungen auf Land und Leute zustande
kommt, so könnte man sich als erstes die Frage stellen, welche offenbar mächtige
Interessen in welcher Beschaffenheit da am Werk sind, dass die äußeren Lebensbe-
dingungen als unerträglich bis zerstörerisch sich bemerkbar machen.

Es könnte einem auffallen, wie die Staaten, die von den Protestierern als Ansprech-
partner gelten, einiges an Lizenzen erteilen, in welchem Grad und Ausmaß Luft,
Wasser, Lebensmittel bis hin zur Atmosphäre verdreckt oder vergiftet werden dürfen.
Daraus wäre der Schluss fällig, dass die Politik unverkennbar einer Wirtschaftsweise
vorsteht, die wegen der Benutzung, Begutachtung von allem und jedem als Geschäfts-
mittel systematisch das herbeiführt, was dann als schädliche Wirkungen aufs Klima
und anderem beklagt wird.

Das ökonomische Prinzip des Wirtschaftssystems namens Kapitalismus will die neue
Jugendbewegung gar erst als dieses in Blick nehmen, woraus sich nämlich eine be-
gründete Gegnerschaft gegen selbiges und dessen staatlichen Verwalter ergäbe.
Letztere werden vielmehr verkehrt und verharmlosend als Verantwortliche für die
ungenießbaren Lebensumstände in der bürgerlichen Gesellschaft angerufen, als
welche, die sich Versäumnisse zu schulden kommen lassen, wenn nicht endlich
Durchgreifendes gegen Klimawandel passiere – ausgerechnet diejenigen werden
in eine Verantwortungsgemeinschaft eingereiht, die erstmal die Ruinierung der
Lebensbedingungen per globaler Geschäftemacherei zulassen und nicht im Entfern-
testen Klimarettung als Ziel und Zweck ihrer Betreuungsleistungen für die kapi-
talistische Wirtschafterei im Programm haben.

Wenn eine Kanzlerin im Hinblick auf den Kohleausstieg lt. NDR-Info v. 2.3.19 einer-
seits die Fridays-for-Future-Demos begrüßt und andererseits klarstellt, dass der
nicht so schnell zu bewerkstelligen sei, wie es die Demos erwarten – und zwar wegen
der Arbeitsplätze und der Wirtschaftskraft, dann kann man dem entnehmen, dass
absolute Priorität bei der Pflege eines nationalen Kapitalstandortes nationalökonomische
und energiewirtschaftliche Belange haben und dass dahinter Aspekte das Klima betreffend
zumindest zurückzustehen haben. Daraus wird nicht etwa ein Gegensatz zu den klimapo-
litischen Überhöhungen der Protestler destilliert, sondern getreu ihres
Glaubensgrundsatzes menschheitsumspannender Verantwortlichkeit für „unseren
Erdball“ kommen sie den Politikern allenfalls mit inkonsequentem Handeln, wo
es doch 5 vor 12 steht.

Man möchte auch fragen, wo es den Jugendlichen um solch ein Abstraktum
wie ihre ‚Zukunft‘ ginge bei ihrem klimarettenden Einsatz, welche Zukunft das
sein soll: wenn alles Nötige fürs Klima getan würde, kann es dann ruhig so
weiter gehen mit all den Gemeinheiten und Härten der kapitalistischen Konkurrenz-
gesellschaften, für die sie als das Material vorgesehen sind, nämlich per bildungs-/
ausbildungsmäßiger Auslese sich für die Dienste am kapitalistischen Bereicherungs-
wesen fit zu machen, das all die Ungemache erzeugt, die die neue Protestbewegung
nicht als deren notwendige Insignien wahrhaben will, sondern ausgehend von der Diagnose
„Klimaschändung als Missetat“ Vater Staat zur deren ordentlicheren Handhabung anheimstellen
will?!

Es gibt allerdings auch gehässige Sorten von Anmache gegen die Klimaschutzbewegung,
die nach der Logik der Retourkutsche der Initiatorin der Bewegung, der schwedischen Jugend-
lichen G. Thunberg den moralischen Spiegel vorhält, was die mit ihrer Herum-
fahrerei europaweit zu Demos oder sonstigen öffentlichen Auftritten selber zur
Versauung der Atmosphäre beitrage, womit kräftig vermischt wird, wer die maßgeblichen
Subjekte dessen sind, dass man im Allgemeinen nur mit deren Dreckschleudern herum-
zureisen in der Lage ist, mit der Masse der abhängigen Variablen der Geschäfte-
macherei. Diese gemeine Tour des Aufwerfens der Glaubwürdigkeitsfrage erspart sich
sowohl eine kritische Würdigung dessen, wie Geschäft samt öffentliche Gewalt und
Umweltruinierung zusammengehören als auch der verharmlosenden Besichtigung
desselben durch die Klimaretter.


Auszug aus einer Rede von Greta Thunberg -2018

"...Mir geht es um Klimagerechtigkeit und um einen lebenswerten Planeten. Unsere Zivilisation wird für die
Chancen einer kleinen Gruppe von Menschen geopfert, die immer mehr Geld verdienen wollen. Unsere
Biosphäre wird geopfert, damit reiche Menschen in Ländern wie meinem in Luxus leben können. Es sind
die Leiden der Vielen, die für den Luxus der Wenigen bezahlen."
(zitiert nach: https://www.tagesspiegel.de/berlin/klimaaktivistin-greta-thunberg-15-mein-appell-an-die-welt/23779892.html)

Wer von "unserer Zivilsation", "unsere Biosphäre" redet, der sieht schon mal ziemlich ab,
welch wüste Interessen den Erdball bevölkern: sollte es unbekannt sein, dass "unser Planet"
besetzt, in Besitz genommen ist von nichts als einer Staatenwelt, wo es um gegeneinander
gerichtete Konkurrenz um die Mehrung des Geldreichtums von Nationen und der Machtansprüche
ihrer politischen Vorsteher geht. Es wird sich nicht im Entferntesten drauf eingelassen, wie
in dieser globalen Kapitalvermehrungsveranstaltung unter kräftiger Wegbereitung durch die
Staatsgewalten systematisch die Rücksichtslosigkeit gegen das kapital- und staatsdienliche
Menschenmaterial und gegen die Lebensbedingungen angelegt ist. Stattdessen wird vernied-
lichend die Opferung der Biosphäre durch den Luxus der Reichen behauptet: dass sollen die
paar Millionäre und Milliadäre mit ihren Luxusgütern hinkriegen, darüber gleich den ganzen Erdball
samt Atmosphäre zur ruininieren?

"Sie reden nur deswegen vom ewigen Wirtschaftswachstum, weil Sie Angst haben, unpopulär zu
sein. Sie sprechen immer nur davon weiterzumachen, mit denselben schlechten Ideen, die uns
in diese Misere gebracht haben. Dabei wäre es das einzig Sinnvolle, die Notbremse zu ziehen..."
(ebenda)

Geldverdienen, Wirtschaftswachstum verkommen hier zum moralgetränkten verantwortungslosen
Egoismus. Notbremse ziehen will drauf hinaus, Kapitalismus und Klima zu versöhnen, wenn die
Reichen und Mächtigen "unpopulär" sich darauf besinnen würden, unter Weitergeltung ihrer
Geldakkumulationsmascherie Abstriche zu machen, z.B. die "fossilen Brennstoffe im Boden lassen"
statt weiterhin weltweit zu verfeuern.

Angesichts solcher, das weltumspannende System der kapitalistischen Geschäftemacherei
und das gewaltbewehrte Ringen der Staaten zu deren national vorteilhaften und ihrer machtvollen
Durchsetzung verkennenden Opposition ist es kein Wunder, wie wohlgelitten die bei den Herr-
schenden ist: keine wirklichen Gegner kennen, bescheiden für Klimagerechtigkeit für Mensch
und Zukunft eintreten. Beleidigt geht Thunberg auf Distanz zu den "Weltpolitikern" angesichts
ihrer Versäumnisse und "Ausreden", dass es nicht konsequenter verangehe mit Klimaschutz.
Dass haut die wirklichen Herren des Weltimperialismus um, wenn sie mit der "wirklichen Macht
der Menschen" droht, die sich nicht mehr einlullen ließen.


© 2019
by Projekt Kritische Politik- und
Sozialstaatsanalyse