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Zum öffentlichen Lärm um Plastikproduktion, -abfall und -verwertung – Febr. 2019:

Mit dem Zudecken der schlagenden wirklichen Gegensätze und
Gemeinheiten des nationalen und Weltkapitalismus eine morali-
sche (Kunststoff-)Debatte über Fehlleistungen von Verpackungs-
und sonstiger Industrie, Verbrauchern und Abfall- wie Verwer-
tungswirtschaft in Sachen Bewahrung/Rettung des Erdballs
(Christen würden sagen derjenigen der 'Schöpfung')

Ähnlich wie bei der Klimadiskussion werden Wirkungen oder Phänomene kapitalistischen
Produzierens wie jede Menge Verarbeitung von Plastik und dessen (billige) Entsorgung
so besprochen, dass damit laute Verstöße gegen Höheres, Subjekte, die keinerlei eigene
Zwecke an sich haben, dingfest gemacht werden.

Ausgerechnet der kapitalistischen Industrie wird ein Plastikproblem in dieser Weise an-
gelastet: sollte man meinen, dass hier nicht zu knapp diese kennzeichnende materielle
Zerstörungen, den Lebenserwerb und die Gesundheit der unmittelbaren Produzenten und
des restlichen Volkes betreffend, unterwegs sind, wird mit der Herumproblematisiererei in
Sachen Kunststoff in einer Weise aufgebauscht, dass dahinter die von Staat und Kapital
hergestellten und verwalteten Gegensätze zwischen nationaler Geschäftemacherei und der
dieser Dienstbaren in Gestalt der Werktätigen oder Konsumenten zum Verschwinden gebracht
werden und ein Plastik-'Irrsinn' als Vergreifen an 'unser aller Globus' ventiliert.-Andererseits
wird ebenso im Falle Plastikverarbeitung durchaus in Rechnung gestellt,dass hier eine ökono-
mische Kalkulation von marktwirtschaftlichen Betrieben am Werk ist, wie in allen Fällen,
wo es um geldlich lohnende Artikelfabrikation geht: kostengünstig, profitförderlich soll es
nämlich zugehen, weshalb die Politik sehr behutsam Beschränkungen bei der industriellen
Kunststoffverwendung erläßt - und die Herbeischaffung alternativer Ersatzmaterialien hat
der liebe Endverbraucher mit saftigeren Preisen und/oder Verschlechterungen bei der
gebrauchsseitigen Funktionalität solchen Ersatzes zu bezahlen.

Der Verbraucher, der am allerwenigsten oder gar nicht darin involviert ist, mit welchen
Stoffen er es zu tun kriegt, muss sich beschimpfen lassen oder bezichtigt sich selber
der Versündigung an 'unserer Schöpfung', dass/insofern er wegen seines knappen Geld-
beutels in der Regel auf das Billigste schielt.-Andererseits zeigt die Erziehung zur sachge-
rechten Mülltrennung durchaus Wirkung, wenn es auch noch konsequenter zugehen könnte.

Zugleich wird konstatiert, dass  die Vorstellung des Verbrauchers, er würde wenigsten so
einen/seinen Teil zur Schonung unser aller Umwelt leisten, trügerisch ist: mit dem Anfallen
von etlichem Abfall hat sich eine andere Geschäftsmafia namens Entsorgungs- und
(Wieder-)Verwertungswirtschaft etabliert mit ihren kommerziellen Belangen, bei denen
der 'König Kunde' schon wieder draußen ist: die ergeben, dass sich manches in Geschäfts-
taugliches verwandeln läßt, vieles eben nicht - und insofern man dann mitbekommt,
dass Abfall sich auch als Exportschlager bewährt, türmen sich auswärts die
Halden von Müll oder werden ins Meer versenkt, die sich nicht per Wiederverwendung als
profitables Gut bewähren. Nur: dies kommt eben nicht als Beispiel für die Geldberei-
cherungsmaximen in den Fokus, die charakteristisch für den gesamten marktwirtschaft-
lich zugerichteten Globus sind, sondern wieder als Vergehen gegen das hehre Gebot
der Sauberhaltung des Erdballs.

Wo industrielle Warenerzeugung und der Grundsatz der Müllvermeidung ineinandergreifen
und der Staat auf mehr Wiederverwertbares schon bei ersterer drängt, ist ebenso die Rück-
sichtnahme auf die Verträglichkeit mit den geldwirtschaftlichen Interessen seiner Lieblings-
bürger zu verzeichnen.

Was das moralgetränkte Kritikwesen insgesamt betrifft, so kann man sich über eher zweitran-
gige Ausgeburten der staatlich lizensierten kapitalistischen Wirtschaftsweise hermachen,
ohne den entscheidenden Rechnungen und Berechnungen der eben maßgeblichen imperia-
listischen Subjekte in die Quere zu kommen - das mit der Plastiksache: ein sozusagen
Wohlfühlprogramm inmitten der bürgerlichen Klassengesellschaft inklusive ihres weltweiten
Ausgreifens mit ihren Gegensätzen und Gemeinheiten allerhärtesten Kalibers - wie es eine
Bewirtschaftung von Fisch mit verschluckten Microplastikteilen, die sicherlich nicht gerade
gesundheitsförderlich in die Nahrungskette gelangen, nicht im Entferntesten zeitigt.




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