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Stand:  August 2017


Umwelt-/Lebensmittelskandale 2017


Anlaesslich des "Auto-/Dieselgipfels" Anfang August 2017:
Den "Abgas-Skandal" in geschaeftsfoerdernde Bahnen gelenkt

Es wird hier nicht die Abgas-Skandal-Story um eine weitere ergaenzt - und soll und braucht nicht
von der Pike auf aufgearbeitet werden, was in Sachen Schoenung von Emissionswerten seit einiger
Zeit unterwegs ist.
Nur dieses aus Anlass des Autogipfels von Industrie und Politik: statt umfaenglicher, aufwendiger Umruestung der entsprechenden Hardware soll es bei softwaremaeßigem Updaten belassen werden,
um irdendwelche, jetzt als zu hoch eingestufte Stickoxid-Werte zu erreichen. Es toenen darauf
die Umweltfreunde, z.B. Dt. Umwelthilfe oder ADAC: bloss "Placebo-Effekt"; die Linke: Einknicken
vor der Autoindustrie. - Statt mal darauf zu schließen dass, wenn das Autokapital ein entscheidender Faktor des nationalen Wirtschaftsstandortes ist, dann ist dem staatlichen Interesse notwendig imma-
nent, die Autokapitalisten von geschaeftsschaedlichen Unkosten zu verschonen.
Die "Kumpanei" von Staat und Kapital geht ganz anders, als sich die Vertreter umweltfreundlicherer Umweltverdreckung dies ausmalen: nicht der Staat koennte, muesste oder haette schoener sein
sollendes Umweltsaubermannsstandpunkt und nimmt diesen dann im Wege Kuschens vor  dem egois-
tischen Geschaeftsgebaren der Autogurus zurueck; nein: der Staat hat selber ein eminentes Interesse
an einem boomenden Geschaeftsleben als Basis seiner Staatsmacherei und deshalb sortiert er gesamtgesellschaftliche Gesichtspunkte wie den Verschmutzungsgrad seines Gemeinwesens so
dass dies nicht  zu signifikanter Eintruebung des Geschaefts fuehrt, also in Kauf nimmt, dass das
Volk u.U. auch mehr Schaeden verabreicht kriegt durch das Ausblasen von Abgasen in die Umwelt. -
So wie die Anwaelte der Umwelt den Staat als eigentlichen Schutzbefohlenen der Buerger sehen und angehen, wird daraus, wie gehabt, garantiert kein anti-kapitalistischer und staatsunfreundlicher Einspruch.


Z u s a t z 1:

Wie die Autoindustrie ein Zusatzgeschaeft angesichts der staatlichen Vorgabe der Einhaltung
bestimmter Abgaswerte zu machen versteht, wird an dem Angebot einer "Umstiegspraemie" für die Anschaffung neuen Diesels bei Verschrottung des aelteren deutlich,fuer den technischer Eingriff
dem Autokapital als unzumutbar zu teuer oder angeblich nicht machbar erscheint: ersatzweise zur Einhaltung der neueren Abgasnormen Norm 5 oder 6 bieten sie Neukauf eines Diesels mit den entsprechenden Normwerten an, den die Industrie ueber eine Praemie den Besitzern von Altdieseln schmackhaft macht-ein glaenzender geschaeftlicher Coup.So geht vermehrter geschaeftstraechtiger Umsatz prima Hand in Hand mit staatlicher Umweltpolitik.


Z u s a t z 2:

SPD-Schulz lt. ZDF-Text v. 13.8.17: Es sei "nichts rumgekommen" beim Diesel-Gipfel; Autoindustrie
haette die "Zukunft verpennt". Hier ist von unterschiedlichen Gesichtspunkten der Industrieinteressen
und der Umweltpolitik gleich gar nicht erst die Rede; der machtbesoffene Moechtegern-Kanzler gibt
sich geschaeftskundlicher als die Geschaeftemacher selber und hat einen treffsicheren Vorwurf parat:
wie kann es sein, dass die Geschaeftemacher der Nation so blauaeugig wirtschaftlich kurzfristig
denken, dass sie glatt die Ausnutzung von  Geschaeftschancen verpassen? - Die Autoindustrie
Experten werden schon wissen, woran es hakt: das profittraechtig sein sollende Angebot an E-Mobi-
en muss so zu der zahlungskraeftigen Nachfrage passen,  dass es  sich auch als solches erweisen
kann: der Preis muss stimmen, die Reichweite der Karren ebenso, das Aufladenetz republikweit und darueber hinaus entsprechend bestueckt sein, die Stromverbrauchskosten muessen mit Benzin-/
Diesel-/Gaskosten konkurrenzfaehig sein.  Das alles treibt die Autoprofis laengst um. - Aber die
Angeberei als Fachmann fuer Geschaeftliches tut als (wahlkampf-)werbewirksamer Auftritt eben so
seinen Dienst.


Anlaesslich des Eier-Skandals 2017:
Die Obrigkeit entdeckt mal wieder Kontrollbedarf bei fortdauernder
systematischer Verunreinigung von Lebensmitteln des Geschaefts
wegen


Zur Befoerderung des Geschmacks an Eiern, in welchem sog. Fipronil gefunden wurde:
Fipronil dient sowohl als Pflanzenschutzmittel als auch als sog. Biozid zur Bekaempfung
von Ameisen, Kakerlaken, Termiten,  Milben, Laeuse, Floehe - dessen Einsatz bei Nutz-
tieren soll explizit untersagt sein.

Bei jedem ausgerufenen Umweltskandal ist die immergleiche Leier zu vernehmen: wenn Gift in Lebens-
mitteln gefunden wird, vernimmt man eben nicht die Zurueckfuehrung solcher Schweinereien auf die Ge-
schaeftsinteressen des Kapitals als allseits anerkannte, sondern das prinzipiell in Ordnung gehende na-
tionale Geschaeftswesen wird hinsichtlich des erlaubten/unerlaubten Zusatzes/Verwendung nicht
gerade gesundheitsfoerdernder Stoffe an den Pranger gestellt. Wenn jetzt erneut vorrangig darum
gestritten wird, ob behoerdliche Kontrollen in Sachen gesetzlich allenfalls Gestattetem richtig, recht-
zeitig oder hart genug greifen wuerden, dann ist auf die Weise unterstellt, dass mit Vergiftungen von
Lebensmitteln jederzeit gerechnet wird, aber als dem Geschaeftswesen notwendig eigen, sodass ein
Einspruch gegen es draus wuerde, soll dies eben nicht kritisiert werden. Kapitalisten lassen sich alles
Moegliche einfallen, um Kosten zu senken oder landwirtschaftliche Aufzucht zu beschleunigen; dazu
gehoert offenbar aktuell, dass sich jemand die Beimischung des o.g. exotisches Stoffes zur Entfer-
nung von Ungeziefer bei Nutztieren hat einfallen lassen; wahrscheinlich, um die Tiere wie Huehner
moeglichst rasch in "gebrauchsfaehigem" Zustand zu kriegen.
Das Geschaeftsinteresse als solches ist Jahraus, Jahrein ueber jede Kritik erhaben, aber bitte mit
staatlich abgesegnetem Zubehoer bzw. mit dosiertem Giftmaterial, damit insbesondere das ge-
brauchte Arbeitsvolk nicht reihenweise darueber wegstirbt. So geht staatliche Umweltpolitik und
Zynismus zusammen.




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