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Gesundheitsreform
- Aktuelles  13                                        Stand: April 2010


  
Zur Arzneimittelpreis-Reform unter Federführung der Freien Demokraten                                 
Die Gralshüter der freien Marktwirtschaft gegen die Preis-Macht
der Pharma-Industrie?
- Kurzfassung -


Ausgerechnet die Prediger der reinen Marktwirtschaftslehre wollen jetzt unter Führung eines FDP-Gesundheitsministers der Pharma-Industrie das Fürchten lehren mit neuen Preisregelungen - aufgebauscht zu einem regelrechten Preisdiktat der Politik.

Natürlich sind politische Preissetzungen zunächst ein Eingriff in die freie Kalkulation der Pharma-Wirtschaft. Andererseits nimmt letztere diese als ein Datum für die Neusortierung ihrer Konkurrenzlandschaft und Arzneimittelmarkt. Wie in jedem Unternehmen kommen die klassischen Rationalisierungsmaßnahmen zur Anwendung, um auf der Kostenseite profitmäßig das wieder rauszuwirtschaften, was die Preisseite wegen der politischen Dekretierungen nicht mehr hergibt. Arneimittelhersteller, die unter dem "Diktat" von Preisstopps, Festpreisen oder Zwangsrabatten des FDP-Gesundheitsministeriums nicht die nötige Rentabilität herbeizuwirtschaften in der Lage sind, verschwinden vom Markt - gleiches gilt für Arzneien, die aus dem selben Grunde vom Markt genommen werden.
Zur Neuaufstellung als Reaktion auf politischen Kostendruck gehören auch Formen der Unternehmenskooperation oder -zusammenschlüsse, um im  Wege  der  Zusammenfas-
sung von Poduktions- sowie Forschungs- und Entwicklungskapazitäten eine  Ökonomi-
sierung von Arbeitsabläufen und Forschungs-/Entwicklungsaktivitäten zu erreichen.
So konnte man in der Hinsicht am 13.4.10 erste Meldungen zu Übernahmeabsichten des Pharmaunternehmens Novalis in Richtung Bayer vernehmen.

Gemacht werden die Beschränkungen bei der Preisgestaltung wegen des nationalen Vorhabens, die Gesundheitskosten von der Seite in den Griff zu kriegen. Es sind hier zwei widerstreitende politische Gesichtspunkte am Werk: einerseits ist die nationale Gesundheitsindustrie eine anerkannte Profitquelle, die aber deswegen dem Kriterium der Dämpfung der Gesundheitskosten als nationalwirtschaftlicher Standortfaktor in die Quere kommt. Und diesen Spagat macht ein Gesundheitsminister: Wie senken wir die Gesundheitskosten, ohne der Pharmaindustrie allzu wehzutun? Denn ein Problem handelt sich die Politik u.U. ein: was wird aus der Sicherstellung dessen, was sie noch als Notwendigkeiten der Volksgesundheit definiert, wenn über ihre Arzneimittelpreisreform einiges an Einbrüchen auf dem Medikamentensektor zu verzeichnen ist, weil es sich für die  Hersteller nicht mehr rechnet?






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