Projekt

Kritische Politik-
und
Sozialstaatsanalyse

Umbau des deutschen Sozialstaates:

Hartz-Reform, Rentenreform, Gesundheitsreform

Sonstige Tagespolitik







Intro
Sozialreformen




Hartz-Reform



Gesundheitsreform



Rentenreform
Home | Kontakt | Impressum | Haftung | Widmung | Sitemap


Gesundheitsreform
- Aktuelles  16                                      Stand: Maerz/April 2011



  
Zur Gesundheitsreform 2011 / Medizinische Versorgungszentren (MVZ):     
                            
Ein Fallbeispiel der Freisetzung des Wettbewerbs im Gesund-
heitssystem:
Beförderung der beruflichen Existenzunsicherheit und
-vernichtung



Med. Versorgungszentren (MVZ) waren angedacht als "Buendelung med. Kompetenz"; es könnten Doppeluntersuchungen vermieden werden, und die gemeinsame Nutzung von Verwaltung und Medizintechnik könne "Wirtschaftlichkeitspotentiale" erschließen.
(Bundesregierung 2009)

Wenn es nun von Kritikern heißt:
"Man habe nichts dagegen, wenn die Diakonie Versorgungsbedarf findet und ihn abdeckt, aber nicht in Konkurrenz zum bestehenden Angebot" (Weser-Kurier v. 21.3.11, S. 11)

- so verkennt dies die Tragweite dessen, wie die Funktion der MVZ genauso auf den Weg gebracht wurde, wie alles, was unter Gesundheitsreform firmiert: als Mittel der Senkung der nationalen Gesundheitskosten.
Denn "Erschließung von Wirtschaftlichkeitspotentialen" geht offenbar so, dass Krankenhaeuser den ambulanten Bereich "abschoepfen", niedergelassene  Aerzte "aus-
stechen und überbieten", "Investitionskosten von MVZ getragen" werden (a.a.O.).

So ist nicht verwunderlich, dass auf diese Weise das Praxissterben kraeftig gefoerdert wird.

Es fuehrt bei o.g. Kritik das Ideal einer med. Versorgung die Feder, wo es um nichts anderes als den gewollten politischen Zweck geht, über das Anheizen der Konkurrenz-
geierei und Kostensenkung eine Art Flurbereinigung im Medizinwesen  hinzulegen.

Natuerlich mag es sein, dass sich zwei staatliche  Gesichtspunkte, der der Kosteneffi-
zienz einerseits und der der notwendigen Gesundheitsaufwendungen andererseits in die Quere kommen - aber den unbedingten Standpunkt der Versorgung hat die Politik noch nie vertreten;Ausmaß und Qualitaet der "Medizinversorgung" war immer schon eine
recht zynische Kalkulation, indem der Staat diese ins Verhaeltnis gesetzt hat zu einem funktionierenden  werktaetigen Volkskoerper  für  die  Erwirtschaftung nationalen Wirtschaftswachstums; und was er dafuer fuer noetig erachtete, unterlag entsprechenden Konjunkturen.
 

In dem Sinne entdeckt das politische Gemeinwesen auch immer mal wieder Handlungs-
bedarf. So haben erst kuerzlich (Stand April 2011) Politik und Kassenaerzliche Vereini-
gung neue Zulassungsbedingungen für Aerzte erlassen, um den Arztbestand in laendli-
chen Regionen vor allem zu heben (wo ja die Kritik lautet, dass die MVZ auf den Land nicht funktioniere in dem Sinne, dass sie "unrentable Krankenhaeuser und verwaiste Praxen" ersetze (vgl. Eckpunkte zum Versorgungsgesetz (8. April 2011)),


Aber sich einseitig auf den Standpunkt der "Versorgung" zu stellen, nimmt hin, dass das ganze nationale Gesundheitswesen nichts als Geldnot bei den Leuten produziert, die Abhängigen so oder so die Zeche zu zahlen haben.

Quelle: Weser-Kurier v. 21.3.11





© 2015
by Projekt Kritische Politik- und
Sozialstaatsanalyse