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Gesundheitsreform
- Aktuelles  7                                               Stand: Juni 2008


                                            
Die Ärztekammer - von der Standeskritik zum Parteigänger der Gesundheitsreformen

Man erinnere sich: neulich noch hat die Standesorganisation der Ärzte das Schreckgespenst der Untergrabung nötigster medizinischer Versorgung, und das gleich flächendeckend , an die Wand gemalt - siehe

Gesundheitsreform - Aktuelles 3

Heutzutage arrangiert sie sich längst mit den sog. Gesundheitsreformen. - ja sie gefällt sich sogar in der Vorreiterrolle dessen, welche Leistungen demnächst noch weiter beschnitten bzw. wofür noch härtere Zuzahlungen angebracht wären, worüber sie sich am liebsten mit den politischen Machern  im Rahmen eines nationalen Gesundheitsrates ins Benehmen setzen würde.

"Die Politik und die Kassen dürfen nicht länger behaupten, die Patienten bekämen die notwendige medizinische Versorgung. und in Wirklichkeit wird dieses Notwendige dem Finanzierbaren angepasst...  (Wegen der strikten Ausgabenbegrenzung sei) eine Form von Rationierung med. Leistung unumgänglich. Bestimmte Behandlungen sollten Patienten künftig selbst bezahlen..."
(zitiert nach Südd. Zeitung v. 19.05.08)

Ärzte bzw. deren Vertreter (um der Differenzierung Rechnung zu tragen: Idealisten in Gestalt eines Verbandes demokratischer Ärzte teilen dies zwar so nicht, aber bezeichnend ist der "Sinneswandel"  einer anerkannten berufsständischen Organisation der Ärzte gleichwohl - mal abgesehen davon, dass das Einfordern idealistischer Grundsätze des Helfens und Heilens weit entfernt ist von der Kritik an Grund und Zweck der sog. Gesundheitsreformen) wollen es nicht mehr bei der Anklage  belassen, wie schwer es ihnen die Politik macht, ihrem hehren Beruf des Helfens und Heilens für die Patienten nachzukommen. Sie sind sich nicht zu schade, sich zum Parteigänger des Patientenschadens aufzuschwingen.

Daneben heucheln sie auf Ärztetagen etc. weiterhin herum, wie sehr sie in der Freiheit der Therapieanwendungen eingeengt würden, immer weniger für die Patienten tun könnten.

Dann vermeldet der Bremer Weser-Kurier am 21. Mai 2008: Ärztetag "warnt vor drohender Unterfinanzierung" des Gesundheitswesens und macht Vorschläge, wie mehr Geld in Gestalt höherer oder neuer Sorten von Beiträgen ins System fließen könnte.
Obwohl es sich als patientenfreundlich vorträgt - der alte idealistische Standpunkt der Umsorgung der Patienten ist dies nicht. Es werden knochenharte Vorschläge präsentiert, wie sie eher Politikern zu Gesicht stehen. Diesen Zynismus beherrschen letztere allemal, dass, wenn die Leut Leistungen auf gewohntem Niveau haben wollen, ihnen tiefer in die Tasche gegriffen werden müsse.

Ob Rationierung bzw. mehr Selbstbeteiligung einerseits oder mehr/neue Beiträge andererseits: auf Kosten der Patienten geht beides gleichermaßen.




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