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Zur gesetzlich beschlossenen Einfuehrung der Frauenquote von 30 Prozent in Leitungs-
funktionen (Aufsichtsraeten) - Maerz 2015:


D i e  Errungenschaft seit Einfuehrung des Frauen-
wahlrechts
(Justiz-Minister Maas) oder: "historischer  Tag
fuer die Gleich
berechtigung" (Familienministerin Schwesig)
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Das ist doch mal ein epochaler Einschnitt in der juengeren deutschen Ge-
schichte nach jahrzehntelanger Frauenemanzipationsbewegung (ob die sich
dies so hat je traeumen lassen, sei mal dahingestellt):

Der dt. Staat will Unternehmen in bestimmter Groessenordnung und/oder
Ausrichtung (gar nicht unternehmensentscheidungssrelevante Aufsichtsrae-
te von rd. 100 Unternehmen soll dies betreffen;die Feinheiten bitte bei der
buergerl. Journalisten- o. Juristengemeinde abholen!) per Gesetz vorschrei-
ben, zu 30 Prozent Frauenanteil in Fuehrungspositionen zu halten.

Also: Absolut nichts aendert sich an den Ausbeutungsgeschaeften dt. Kapi-
tals (dies ist naemlich der Grundfehler der Gleichberechtigungsdabatte
bzw. -bewegung: wer als Frau genauso wie der Mann auf Gleichbehandlung
in der Konkurrenzwirtschaft dringt, dem ist der Inhalt der Funktionen, die
sie wie der Mann fuer erstrebenswert befindet, so ziemlich egal!); diese 
zu organisieren und durchzusetzen, daran sollen Frauen anteilig zu 30 Pro-
zent leitend mitbeteiligt sein - was fuer eine anti-kritische Stellung eben in
Bezug darauf, woran diese beteiligt werden.

Die Retourkutsche aus dem Unternehmenslager kam selbstverstaendlich so,
wie es dem gemaess ist: unzulaessige Eingriffe in die Unternehmerfreiheit
kraft Eigentuemerrecht laegen hier vor.Dies ist der typische Standpunkt,sich
nicht vom Gesetzgeber dareinpfuschen zu lassen, wie ein Kapitalist seine
Personalauswahl frei nach seinen Kriterien des Erfolgs fuer sein Geschaeft
per Konkurrenzauslese trifft. Aber hier ueberzeichnen unsere Vertreter pro-
fitabler Reichtumsvermehrung auch ein wenig: denn der Staat traegt der
unternehmerischen Entscheidungsfreiheit durchaus Rechnung. Es sind nur
Aufsichtsraete betroffen, die gar nicht die eigentlichen Entscheidungstrae-
ger im Sinne des Unternehmenszweck des geschaeftlichen Erfolgs (die sit-
zen vielmehr in den Vorstandsetagen), sondern Kontrollorgane (immerhin
i.S. der gleichen Unternehmensziele) darstellen. Es sollen zudem allenfalls
ca. 100 Unternehmen einbezogen sein.Drittens haben sich die Firmen laengst
drauf eingestellt und tun alles dafuer, dass wirklich nur fuer die Fuehrungs-
posten geeignetes weibliches Personal infrage kommt, das also nichts durch-
einanderbringen kann im Geschaeftsalltag von wegen Minderqualifizierung.

So veranstaltet z.B. die Telekom regelrechte Karrierefoerderprogramme, wo
die Frauen so zugerichtet werden, dass sie fuer Aufsichtsratsposten garan-
tiert tauglich werden. Telekom stellt dies u.a. darueber sicher, dass in der
Fuehrungsriege des Konzerns bereits ihre Frau stehendes Leitungspersonal
eben nach entsprechenden Vorbereitungen erst auf Aufsichtsraete losgelas-
sen werden. Dass Frauen diesbezueglich weniger geeignet waeren, die heh-
ren Unternehmensgrundsaetze des rentierlichen Wirtschaftens durchzuset-
zen bzw. dabei kontrollierend zu assistieren - da lassen Welterfolgsriesen
wie Telekom schon gar nichts anbrennen (Faktenquelle: Sat3-Sendung
"Makro'" v. 6.3.15, 21 Uhr).






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