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Zu AfD-Gaulands Spruch von der braunen dt. Vergangenheit, diese sei ein "Vogelschiss in über 
1000 Jahren erfolgreicher dt. Geschichte" - 2.6.2018


 
Über ein öffentliches Gefecht zum polit-moralischen Stellenwert von
Adolf-Unselig

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Dass mit dem "Vogelschiss" kommt methaphorisch daher, die braune Vergangenheit D. sei nur kleiner dunkler
Fleck in der dt. Geschichte, wenn man die 'richtige  Perspektive' einnehme: wo es doch jenseits dieser Ver-
gangenheit an die 1000 Jahre minus 12 Jahre durch Hitler vergeigtes D. gäbe, die man als national-besoffener 
Verklärer rückwärtsgewandten Aufwuchses made in Germany oder viel eher als Verehrer heutiger demokra-
tischer Weltgeltung so einsortieren kann, dass dahinter die Hitlerischen Machenschaften regelrecht verblassen
würden.

Während die Etablierten die anti-faschistische Erinnerungskultur offiziell noch nicht zu Grabe getragen haben,
täuscht man sich jedoch, der AfD-Obere nähme sich polit-moralisch Ungezogenes heraus, was die entschiedene
Missbilligung der demokratisch geläuterten Nation erfordere. Dass Sprechblaserische des Hitler-Experten radi-
kalisiert im Grunde genommen, was längst Konsens bei den Etablierten ist, eben ohne die letzte Konsequenz,
das nationale Gewissen wg. Hitler-Barbarei gänzlich über Bord zu werfen.

Einst als Rechtsnachfolger des 3. Reiches die Schuldbeladenheit, das Büßertum wegen des größten Unfalls
in der dt. Historie vor sich herzutragen war die Eintrittskarte für das Mitmachertum des neuen D. im Konzert
der imperialistischen Nationen: immerzu leisetreterisch bloß neue, gute Beziehungen zur übrigen Staatenwelt
pflegen zu wollen, jeden Anschein des national Überheblichen vermeidend bei dem sukzessiven Neuerwerb
dt. Mächtigkeit und globalen Einflusses. - Dies Zurückhaltende in der Repräsentanz nach außen hat sich nach
und nach darüber erledigt, dass mit dem Souveränitätszuwachs durch nämlich entsprechende polit-ökonomi-
sche Unterfütterung in Gestalt erst der ökonomischen Mittelmacht, dann schon weltmächtigen Kalibers sich
wie von selbst mit dem praktischen auch das nationalmoralische Selbstbewußtsein herausgekehrt wurde, dass
man wieder wer ist in der Welt - natürlich immer in Abgrenzung von der unseligen nationalistischen Ich-Bezogen-
heit. Deutsches imperialistisches Eigeninteresse kam unverdächtig daher, habe mit engstirnigem Nationalismus
nichts zu tun, aber durchaus wieder Stolz auf D. kultivierend als angeblich harmloserer Patriotismus - dem
kam zupass neben der demokratischen Selbstverpflichtung, nach der von Herrschaft schon nicht mehr die
Rede sein könne, weil 3 Gewaltinstanzen alles Regieren gemäß 'Verfassungsmäßigkeit' in wechselseitiger
Kontrolle, gewaltenteilungsmäßig in Griff hätten und als Dienst an Rechtsprinzipien verklärt wird, wie die BRD-
Politik als übernationales Gemeinschaftsanliegen im europ. Polit-, Wirtschafts- und Euroblock und international
als weltpolitische 'Verantwortung' in konkurrenzlerischer Kooperation mit anderen westlichen Weltgewichten sich vorträgt (dass mit diesem gesitteten internationalisiertem Gehabe durchaus vereinbar geht, wie andere Staaten zurechtgewiesen werden, wie in dem Euro-Club Gewinner und Verlierer so gegenübertreten - unter den
entscheidenden ersteren v.a. D. -, dass unter Berufung auf das allseitig anerkannte Eurogeldregime, dass nämlich
alle Euro-Mitglieder wollten, um unter Verzicht auf ein eigenes ökonomisches Souveränitätsmittel Teilhaber an
einem schlagkräftigerem Gemeinschaftsgeld zu werden, den wirtschaftlich Erfolglosen bis Ruinierten nicht einfach
ein deutsch verdolmetschtes Betreuungsregime in Gestalt des Hineinregierens in formell souveräne Gewalten,
sondern die supranationalen Notwendigkeiten der Behauptung und Durchsetzung des Euros hin zu einem
schlagfertigem Weltgeld aufgedrückt wurden - darauf sei nur am Rande verwiesen; auch wie sich gerade D.
als Vormacht der EU gegen den Auflöser sämtlicher jahrzehntelang gültiger Erfolgswege per Ami-Weltordnung
so als Herausforderung aufstellt, dass natürlich nicht singulär die Deutschen, sondern unter Federführung
derselben die Europäer eine Konkurrenzschlacht gegen die noch so dastehende Supermacht unter einem
gewissen D. Trump ausrufen, welches weltpolitisches Gegeneinander schon von Beginn der EU an Pate stand,
wobei aber der neue US-Vorsteher durch seine Linie des Zerstörens jeden Moments kooperativen imperialis-
tischen Zusammenwirkens die brutale Dringlichkeit dessen vorführte, das imperialistische Kräftemessen jetzt
erst recht offensiv anzugehen, und dass angesichts eines prekären Zustands des EU-Blocks - auch dies sei
nicht weiter vertieft).

Der AfD-Mann ist so sehr begeisterter Anhänger dt. Erfolgsgeschichte, dass wenn ohnehin der letztlich zählende
Beurteilungsmaßstab bei Hitler ist, dass der statt D. in eine strahlende nationale Zukunft zu führen, mit seinem
Welteroberungswahn die Nation ins Verderben geschickt hat, dann soll man eben das v.a. heute weltweit
Erfolgsträchtige für die Nation im Blick haben und Hitlerische Schande endgültig vergessen. Das ist der Unter-
schied zu den demokratisch Herrschenden: ihr öffentlichkeitswirksames Auftreten hat die nationale Schuldfrage
längst hinter sich gelassen, aber die Erinnerungskultur wollen sie nicht aus dem nationalen Erbe einfach weg-
streichen: man kann es nämlich hochhalten für das Selbstlob, wie unvergleichlich gut es die Welt mit dem
geläuterten D. und seinen ausgreifenden Interessen in ihr getroffen hat; das angeblich Einzigartige an dem
geschichtlichen 'Unfall' färbt nun umgekehrt so ab, dass Germany heute einfach in unübertroffener machtpolitischer
Güte erstrahlt. - Deswegen auch der Seitenhieb gegen den Gauland, er verharmlose Hitler schamlos: verharm-
losen hin oder her: der Vorwurf tut sich immer gut, weil man sich als einmalig gutes D. vom 3. Reich abheben
kann.


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