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Aus Anlass des GermanWings-Flugzeugabsturzes und der an die 150 Todesopfer - 03/2015:



Nichts als hochgradige Heuchelei aus nichts als deutschnationalen
Berechnungen!
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Da bringt ein Co-Pilot ein Flugzeug mit an die 150 Insassen zielstrebig zum Absturz - also ab-
sichtsvoll, bei vollem Bewusstsein (nach den bis dato vorliegenden Erkenntnissen der Ermitt-
lungsbehoerden).
Staatsvertreter samt Oeffentlichkeit tun ihre "Unfassbarkeit" kund ob der Selbstmordaktion
samt Massensterben des anderen Flugpersonals und der Passagiere.

U n s e r e  T h e s e :

Dies ist keine Trauerbezeugung aufgrund der Zugewandtheit zu den Umgekommenen als 
Mensch wie Du und ich.
Die hoheitlichen Untersucher und Richter ueber den Vorfall nehmen von vornherein den
Standpunkt staatlicher Sicherheitsinteressen (nicht zusammenfallend mit den schlichten
Lebensschutzinteressen des einzelnen!) und des obrigkeitlichen Zugriffs auf saemtliche Re-
gungen des Untertanenvolkes ein.
Hier interessen die Leute eben nicht als Menschen an und fuer sich, wie der Herr Bundesprae-
sident verlauten laesst, sondern gerade als die "funktionierenden Wesen", als welche dieser
diese auf einer Trauer- oder Gedenkveranstaltung in Abrede stellend so nicht gesehen ha-
ben will. Von diesem Gesichtspunkt her sind die Menschen in der Maschine von Germanwings
als nuetzliche Dienstkraefte oder potentiell nutzbringendes Staats- und Arbeitsmaterial fuer
marktwirtschaftliche Wirtschaftsunternehmen oder Staatsbehoerden (letzteres bezieht sich
auf die Schuelergruppe, der man ein Extra-Beileid zollte wegen der noch vor sich gelegenen
Zukunft als Diener von Wirtschaft und Nation!) von einem Piloten nach staatlich-rechtlicher
Definition strafwuerdig ins Verderben geflogen worden.

Aehnlich aufschlussreich sind die Spekulationen oder auch untermauerten Hinweise um bzw.
auf die Beweggruende des Piloten fuer seine "Wahnsinnstat". Ob dieser aufgrund "psychischer
Probleme" den Uebergang zum Selbstmord samt Massentoetung der anderen gemacht hat,
interessiert ausschliesslich unter dem Kriterium der Staatssicherheit: Flugverkehr ist fuer den
Staat Bestandteil eines kapitalistischen Verkehrswesen, dessen Erfordernissen gehorchend,
innerhalb und jenseits der Grenzen des nationalen Kapitalstandortes (Transport von Waren
auf dem Weg zu ihrer profitlichen Versilberung, von Personen v.a. in geschaeftlicher oder
berufsbedingter Mission fuer die renditeorientierten Unternehmen, auf die es ankommt in
einer Marktwirtschaft). Da werden Anschlaege darauf als absolut nicht zu duldende Stoerun-
gen des heimatlichen und weltweiten kapitalistischen und politischen Getriebes behandelt.
Psychische Drucksituationen mit Uebergaengen zu Selbstmord bezieht der Staat deshalb
auch nicht derart auf sich, dass sich hier schwer bzw. nicht aushaltbare Drangsale aufgrund
der Zwaenge des buergerlichen Berufsalltags geltend machen, die fuer ihn nun einmal not-
wendig zu seiner Marktwirtschaft gehoeren (er mutet ihnen zu, schwer oder nicht Aus-
haltbares an sich aushaltbar zu machen, wozu es Heerscharen von Psycho-Doktoren und
-behandlern gibt). Die Obrigkeit stellt sich dazu gleich als Sicherheitsrisiko fuer das reibungs-
lose Funktionieren der marktwirtschaftlichen und politischen Einrichtungen seines Kapitalis-
mus und wie dieses zu beherrschen sei. - Sie rechnet folglich regelmaessig mit solchen
Fallouts, weil weit davon entfernt, deren Gruende abzustellen.

In Hoechstform geraet dieses staatliche Aufpassertum in Bezug auf den stoerungsfreien Ab-
lauf des politischen und wirtschaftlichen Betriebs des buergerlichen Gemeinwesens, wenn es
was am Werk sieht, was sich Terrorismus schimpft - welcher Verdacht auch sogleich bei
dem Piloten im Schwange war, ob hier "terroristischer Hintergrund" vorliegen koennte.
Dies ordnet der Staat naemlich als direkten Angriff auf sich und seine nationale Raeson ein,
der mit allen gebotenen hoheitlichen Gewaltmitteln gnadenlos verfolgt wird.

F a z i t :
Die Todesopfer des Absturzes bedauern Staat und buergerliche Oeffentlichkeit allenfalls als
"funktionierende Wesen" (Gauck), als Repraesentanten des Vollzuges der politischen und
oekonomischen Zwecke des nationalen Kapitalismus bzw. der Unterwerfung darunter, fuer
welche diese nun nicht mehr zur Verfuegung stehen.
So geht also Trauer und "Unfassbarkeit" in der buergerlichen Gesellschaft anlaesslich eines
Flugzeugabsturzes!!!

E r g a e n z u n g 1:
Ein paar Klarstellungen in Anbetracht der psychologischen Spekulationen der Psycho-Experten:
Was da als Depressionen diagnostiziert wird, wird falsch bestimmt wie eine Krankheit. Nie
wuerden diese Herrschaften drauf kommen, dass es nichts als Produkt der vom Staat allen
Untertanen abgeforderten Unterwerfung unter die Konkurrenzerfordernisse seiner fa-
mosen Marktwirtschaft ist, also ihm und den verordneten Zwaengen zuzuordnen ist. Derjeni-
ge, der da als depressiv gehandelt wird, will naemlich prinzipiell diesen Zwaengen gehorchen
koennen; er leidet darunter, dass es nicht klappt und macht sich mit medizinischer Hilfe zum
Programm, sich genau fuer die Konkurrenznotwendigkeiten herzurichten, die ihm im Ausgangs-
punkt zu schaffen machen. - Manche muessen gar nicht erst den Befund der Untauglichkeit
oder bedingten Tauglichkeit fuer die Konkurrenzwirtschaft durchmachen: sich als Hindernis
fuer die Konkurrenzanforderungen zu behandeln, statt die als Hindernis fuer ein gescheites 
Leben anzugreifen,machen diese Charaktermasken gleich zu einem positiven Lebensprogamm;
in Fitness-Kursen fuer die geistige Wappnung in der Konkurrenzgeierei machen sie zum offen-
siven Lebenselixier, in dieser zu bestehen.
Selbstmord ist von ganz anderem Kaliber, als psychisch ueber die Drangsale der Konkurrenz
zu stolpern: hier macht einer als regelrecht vernichtendes Urteil gegen seine ganze werte
Person geltend, dass diese nicht der buergerlichen Welt gerecht wird. Dies kann auch wie bei
dem Piloten die Form annehmen, dass, wenn dieser sich mit Haut und Haaren diesem Beruf
verschrieben hat, auch nur drohender Verlust der Fluglizenz der Zerstoerung eines "Lebens-
traums" gleichkommt,der dieser dann mit der Selbstzerstoerung zuvorkommt. - Warum dieser
nicht im stillen Kaemmerlein sein Leben ein Ende setzt, sondern mittels gezieltem Flugzeug-
absturz offenbar Aufsehen erregen wollend auch  noch gleich 149 andere in die Katastro-
phe steuert, also postum der Welt eine Botschaft zukommen lassen will, und welche, sei 
hier nicht weiter nachgegangen.

E r g a e n z u n g 2:
Anlaesslich der Vorkommnisse um den Co-Piloten schlagen jetzt ganz schlaue Politiker vor,
die aerztliche Schweigepflicht zu lockern und den Arbeitgeber bestimmen zu lassen, von
welchen Medizinern man sich behandeln bzw. krank schreiben laesst (ungefaehre Wieder-
gabe von diversen Radiomeldungen v. 30.3.15).
Kann man deutlicher machen, wie hier Staatsvertreter den ohnehin fast lückenlosen Zu-
griff auf die Lebensregungen der Untertanen perfektionieren wollen: die Schweigepflicht
gilt bereits nur bedingt;wo Gefahr von Patienten ausgeht o. ausgehen koennte,ist dies vom
Mediziner zu melden. - Nach der Devise, offenbar von jedem seelisch nicht ganz Intakten
waere der Moeglichkeit nach Staatsrelevantes oder Gefaehrdendes zu erwarten, erkennt
man hier die Totalitaet der lueckenlosen Staatsaufsicht ueber seine Untertanen. Es ist
hier die typisch bornierte, aber durchaus systemkonforme Machtgeilheit des demokratischen
Staates am Werk: nichts davon wissen wollen, was die Ausrastung seiner Untergebenen mit
den ihnen vorgesetzten gesellschaftlichen Zwaengen zu tun hat, aber sofort seine kontroll-
wuetigen Hebel in Bewegung setzen, wenn er mal wieder Handlungsbedarf wie im Falle des
Germanwings-Absturzes sieht!
 

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