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Rentenreform

- Aktuelles 1                         

Stand: April 2006


Rentenkürzung - 1. Akt: 
eine staatliche Aktion zur Rettung der Rentner vor der absoluten Kürzung 

Rentenkürzung - 2. Akt:
Heraufsetzung des Rentenalters auf  67 Jahre





Rentenkürzung - 1. Akt

Die neue Regierung unter CDU/CSU/SPD stellt fest, dass gemäss der feinsinnigen Abhängigkeit der Rentenanpassungen von der Nettolohnentwicklung die Renten eigentlich absolut sinken müssten. Nach dieser Logik verfährt, wem erstens ziemlich egal ist, was die Lohnentwicklung über die Verarmung der Arbeitenden aussagt - letztere ist vielmehr ein ureigenes Staatsprogramm unter dem Titel Senkung des nationalen Lohnniveaus; selbiges hat sich sogar viel vorgenommen, über solche Kreationen wie Kombilohn, Niedriglohnsektor, Minijobs den Kostenfaktor Arbeit noch einiges mehr attraktiver zu machen für die nationale und internationale Geschäftswelt, also den Tatbestand der arbeitenden Armen auf dem Level des anerkannten Existenzminimums = Sozialhilfeniveaus kräftig auszubauen. Zweitens ist klar: wenn es den Werktätigen materiell schlecht geht, muss dies an die endgültig Ausgemusterten weitergegeben werden. Schert sich die Politik bei der Rentenbemessung bei idealerweise um die Hälfte eines statistisch ermittelten Nettodurchschnittseinkommens schon nicht darum, dass deswegen die Lebenshaltungskosten nicht in gleichem Maße weniger werden (im Gegenteil), ist ihr genauso selbstverständlich, dass die Rente sinken muss, wenn der aktuelle Nettolohn sich im freien Fall befindet. Sie zeigt sich aber großzügig, macht ein Sondergesetz, nach dem die Rentner die anstehende absolute Rentenkürzung nicht unmittelbar zu spüren kriegen, sondern nur portionsweise: nachdem auf jeden Fall gleich für mehrere Jahre Nullrunden anstehen, wird die Rentenkürzung nachgeholt, sollten die Nettolöhne mal wieder anziehen, indem der Erhöhungssatz in ferner Zukunft mit dem eigentlich fälligen Kürzungssatz entsprechend der Nettolohnsenkung damals verrechnet wird.


Rentenkürzung - 2. Akt

Die Rente mit 67 ist auf den Weg gebracht, natürlich gestreckt, allmählich über  mehrere Jahre ansteigendes Rentenalter. Dass Heraufsetzung der Pensionierungsgrenze nicht sofort umgesetzt wird, soll als Rücksichtnahme der Politik zugute gehalten, dass sich die Leute an längeres Arbeiten-Müssen gewöhnen können. Die Einwendung von anderer Seite, dass die Leute doch schon viel früher verschlissen sind oder von den Firmen entlassen werden, dass jemand bereits mit 45 oder 50 und erst recht darüber hinaus gar keinen (neuen) Job mehr finde, gilt nicht: es ist eben die gesetzliche Absicht, über entsprechende Rentenabschläge bei vorzeitigem Ausscheiden aus Erwerbsleben den Unterhalt von Rentnern nachhaltig für den Staatshaushalt zu verbilligen - Rentenkürzung "durch die Hintertür" darf man dies nicht nennen!




Ideologien zur Rentenreform               Stand: Sept. 2006

Wir stellen fest:
Der Staat verlängert die Lebensarbeitszeit der Leute zwecks Verbilligung der Verköstigung der Ruheständler.

Die Renten nicht weniger sind so trostlos beschaffen, dass diese staatlich herbeigeführte Not Rentner dazu zwingt, mit mies bezahlten Zuverdienstquellen über die Runden zu kommen

Die hoheitlichen Zwangsregelungen das Alter betreffend werden nun von ideologischer Begleitmusik von der Sorte begleitet, dass diese in eine einzige Verhinderung des Tatendrangs „unserer älteren Mitbürger" verfabelt werden. Die „starren" Pensionierungs- und Frühverrentungsregeln würden verhindert haben, dass die Alten ihre Kompetenz und Erfahrungsschatz womöglich bis ans Lebensende zur Verfügung stellen können:
gleichgültig dagegen, dass die Betriebe auf den Erfahrungsschatz der Alten großzügig aus geschäftlichen Gründen verzichten und deswegen der Staat damals die Frühverrentung gesetzlich begleitet hat, welche ihm natürlich heute zu teuer kommt;
und gleichgültig dagegen, dass man vielleicht schon mit 55 oder 60 die Schnauze voll haben kann von jahrzehntelanger Plackerei und das (Weiter-)Arbeiten-Müssen existenzieller Not geschuldet ist und nicht von einem unendlichen Tatendrang der Leut herrührt.

Das beherrschen sie sowieso die Ideologen: den staatlichen Zwang zum Längerarbeiten in ein eigentliches Bedürfnis der Leut zu übersetzen, sich weiter nützlich machen zu dürfen.






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