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Rentenreform

- Aktuelles 4                        

Stand: Sept. 2012



Studien über die kuenftige Entwicklung der Renten:

Neues von der Rentnerarmut
- oder laengst Bekanntes über die Schroepfung der Alten?



Studien (bezeichnender Weise Rechenschaftsberichte der Bundesregierung selbst ueber die von ihr ins Werk gesetzten Verarmungstendenzen bei  Rentnern als Ergebnis ihrer sog. Rentenreformen) und Zeitungsmeldungen berichten von zunehmender Rentnerarmut:

Selbst Leute, die jahrzehntelang in die Rentenkasse eingezahlt haben und ehedem um die
2200 Eur verdienten, kaemen allenfalls auf eine Rente in Naehe der sog. Grundsicherung, die moderne Bezeichnung für Sozialhilfeniveau.

Die daraufhin inszenierte Aufregung ist die Heuchelei, dass gewusst ist, wie diese radikali- sierte Rentnerverarmung das Werk der Politik selbst ist:  diese hat naemlich mit dem Ein- bau diverser Mechanismen wie Demographie- oder Nachhaltigkeitsfaktor wohlweislich für diese Absenkung des Rentenniveaus gesorgt und sorgt weiter dafür, dass Leute mit 40 oder gar über 40 Jahre waehrender Einzahlung von Rentenbeitraegen  und sogar Vollzeit- jobs und  "normaler" Entlohnung   noch nicht  einmal als Rente das Sozialhilfeniveau errei- chen   (die zunehmende Anzahl von Niedriglohnbeziehern,  solche mit  immer stetiger "un- terbrochenen Erwerbsbiographien"  können sich ohnehin auf Elendsrenten gefasst machen!).

Es ist explizit vorgesehen, dass der Prozentsatz von ca. um die 50 heute sukzessive auf um  die 40 abgesenkt werden soll, also das, was durchschnittlich als Rente in Bezug auf Nettoeinkommen herauskommen soll. Und zwar aus dem einzigen Grunde der Entlastung von Staatshaushalt und v.a. der kap. Wirtschaft von Sozialkosten und darüber die Erzwin- gung privaten Zusatzsparens a la Riester - egal, ob jemand mit  seinem Niedriglohn dazu in der Lage ist und egal, was es rentenfinanziell schlussendlich einbringt, wenn auf die gesetzliche Mickerrente allenfalls ein paar Euro Riesterrente draufkommen und die Leute trotzdem beim Sozialamt betteln gehen muessen.

Und was eine Familienministerin als sog. Zuschussrente plant, macht dies nicht rueckgaen- gig:

1.
ist diese an harte Bedingungen geknuepft, so dass der Umkreis der Empfangsberechtigten entsprechend klein gehalten wird (waer ja auch noch schoener:erst die massiven Renten- einbussen systematisch durchziehen, und diese dann hinterher wieder mit Zuschussrente "auffangen"; solchen Quatsch macht garantiert keine "kluge" Sozialministerin).

2.
aendert dies nichts an der fortgesetzten Rentnerverelendung,wenn sich ein Zuschussrent- ner auf ein paar Euro Unterschied zur Sozialhilfe freuen darf; diese ist ja gerade bei dem Bezuschussungswesen unterstellt.




Nachtrag - 08.09.12

Medienmeldungen v. 08.09.2012

SPD-Gabriel schlaegt Grundrente v. 850 Eur bei 40 Jahre Versicherungszeit vor. Solche mit 30 Jahren Versicherungsdauer sollen Aufstockung im Rahmen der Grundsicherung im Alter erhalten.
Betriebsrente soll aus gebaut werden: jeder soll 2% v. Einkommen dafuer einzahlen. Es soll auf die Wei- se Riesterrente abgeloest werden.
Rente mit 67 soll beibehalten werden.

Was soll der Unterschied zur CDU-Zuschussrente sein ,die aehnlich harte Voraussetzun- gen fuer den Bezug fordert?!
Zweitens erfuellt Grundrente genauso den Tatbestand der Altersarmut , wenn Leute allen-
falls auf die Haelfte des frueher netto Verfuegbaren und sogar noch einiges darunter kom- men. Und dass sie eher Etliches weniger als Rente zu erwarten haben, daran knuepft die Sache mit der Grund- wie die mit der Zuschussrente gerade an. An dieser systematischen Verelendung soll festgehalten werden - zumal ein Grossteil der ehedem Beschaeftigten von Grund-/Zuschussrente gerade nicht erfasst wird. Es bleibt im Prinzip in Kraft, dass jahrzehntelange Einzahlungen zu Rentenauszahlungen unter Sozialhilfeniveau fuehren!!

Das mit der Betriebsrente verewigt die Gemeinheit,dass die Armen weiterhin analog der gesetzlichen Rente selbst fuer die Unterhaltung ihres Lebensabends aufzukommen haben. Die Gemeinheit ist eben daran kenntlich , dass von einem Arbeitseinkommen Versicherungsbeitraege abgezwackt werden muessen, das bereits selber Indiz von Armut ist - und diese Abzwackerei will die SPD gleich fuer 2 Versicherungssaeulen - Betriebs- und gesetzliche Rente - verbindlich machen!
Die allmaehliche Absenkung des Rentenniveaus ueber diverse Faktoren + Rente mit 67 soll festgeschrieben werden. SPD wie Christenpartei halten daran fest, dass kein Weg daran vorbei fuehre, die Alten immer mehr zu verarmen - und melden auf der Grundlage heuchle- risch Handlungsbedarf wg. "Gerechtigkeitskeitsluecke" an; um die materiellen Belange der Ruhestaendler kann es folglich garantiert nicht gehen!!!

   


Nachtrag - 09.09.12

Medienmeldungen v. 09.09.2012

SPD-Gabriel knuepft Basisrente an 40 oder 45 Jahre Versicherungszeit (man beachte den Unterschied zum CDU-Vorschlag aus Familienministerium, wo 35 Jahre gefordert werden).
Geringverdiener und Langzeitarbeitslose sollen nur Grundrente erhalten, wenn sie 30 Jahre eingezahlt haben.
Familienministerin habe SPD-Modell gelobt es bewege sich in der Naehe ihres Konzepts der Zuschuss- rente.

Von wegen Grundrente ist, wie Wortlaut nahe legen wuerde:alle erhalten unterschiedslos mindestens bestimmten Rentenbetrag.
Die Mehrzahl der Geringsverdiener, Langzeitarbeitslose und ueberhaupt solche mit vielfach unterbrochenen Beschaeftigungszeiten kommen erst gar nicht in den Genuss der SPD- Wohltat. Erst mosern die Sozis daran herum,dass von CDU-Zuschussrente nur ein gerin- ger Teil erfasst werde - und dann bauen sie aehnliche Huerden ein , damit es wohl dem Staatshaushalt moeglichst wenig weh tut.
Aber die Hauptsache auch hier ist die Gemeinheit,dass Sozis wie Christsoziale von der Ver-
ewigung fortschreitender Verarmung Arbeitender und Rentenanwaerter ausgehen - und dann ihr soziales Gewissen sie packt , mehr "ausgleichende Gerechtigkeit" walten zu las- sen, wenn 45 Jahre Arbeitsmuehen fuer die Nation in vermehrter Anzahl schnurstracks in die Elendsrente muenden, die als "unausweichlich" zum Wohle von Wirtschaft und Nation gerade so von den Damen und Herren Politikern beschlossen wurde.

 

Nachtrag - 10.09.12

Meldung WESER-KURIER  v. 10.09.2012

SPD-Linke kritisiert u.a. , dass Gabriel -Rentenmodell die Absenkung der Renten peu a peu auf um die   40 Prozent nicht rueckgaengig  machen will.Dafuer muesste man  ggf. hoehere Rentenbeitraege in Kauf nehmen.

Sozi-Linke sollte bekannt sein, dass es staatstragende, ueberparteiliche Sozialraeson war und ist, Soziales als unvertretbare Last für die nationale Konkurrenzfaehigkeit dingfest zu machen. Sie klagt blind dagegen ein, ohne den leisesten Anflug einer Gegnerschaft raus- haengen zu lassen (was naemlich mindestens Parteiaustritt hiesse), mehr soziale Ruecksicht walten zu lassen - und bleibt dem Prinzip treu, Leute, die ausgedient haben, kaum mehr als die Haelfte irgendwie beschaffenen Durchschnittsnettoeinkommens als Altersgeld zuzubilligen.
SPD - Linke ist  nichts als soziales Aushaengeschild , krittelnde Begleitmusik zu den prakti- schen Gemeinheiten der SPD-Oberen. Die Verhinderung irgendwelcher Sauereien,die schon seit Jahrzehnten aufs Volk losgelassen werden, ist deren Sorte Opposition nicht im Mindesten. Prominente Austritte wollen genauso wenig von einer angeblich besseren Pflege und Umsorgung bleibender kapitalistisch erzeugter Armut ablassen , sondern grün- sich als sozialeres Gewissen der SPD ausserhalb derselben neu.  




Nachtrag - 23.09.12

Meldung v. 23.09.2012

SPD-Gabriel ist  fuer  Mindestloehne statt Abschaffung der Rentenkuerzungen ; 43 Prozent vom geschei- ten   Lohn seien besser als 50 Prozent vom miserablen Lohn.

Soll man dies als Aufruf zum anstaendigen Lohnkampf (miss-)verstehen? Wohl kaum: Wirtschaftsfreundliche Sozialisten  sind schon  immer  Parteigaenger  wirtschaftsvertraegli-
cher Loehne. Wer  hat  denn  unter  G. Schroeder ausdruecklich den Niedriglohnsektor for- ciert als Mittel der Steigerung der Konkurrenzfaehigkeit deutschen Wirtschaftens weltweit

Und die senkende  Wirkung  ihrer diversen Rentensenkungsfaktoren  wird   nicht   dadurch aufgehoben, dass die  Lohnentwicklung in best. Zeitraum hoeher oder niedriger war.Wenn jemand  ueber  z.B.  20  Jahre  statt  miserablen  Lohn  von  1000  Euro nunmehr 2000 Eur eingefahren hat, dann  sind  jawohl  43  Prozent Rente auf den angeblich grosszuegigeren Lohn  von  2000 Eur  einiges  weniger als  vormals 50 Prozent von 2000 Euro Monatdurch- scnnittseinkommen.  

   

Nachtrag - 24.09.12

Meldung v. 24.09.2012

Gabriel will konzedieren,dass jemand auch mit 65 oder bis 65 Jahre in Rente ohne Abschlaege gehen kann, wenn er mindestens 45 Jahre Versicherungszeit auf dem Buckel hat.

Auch hier ist die Heuchelei nicht zu uebersehen: was als Konzession daherkommt, ist die Haerte, dass lebenslanger Dienst am fremden Eigentum verlangt ist als Voraussetzung fuer die sozialpolitische Gemeinheit, in an 5 Fingern abzaehlbarer Restlebenszeit im Schnitt mit allenfalls der Haelfte eines Nettoeinkommens dahinkrebsen zu muessen.

Es muss jemand angesichts im Allgemeinen unsicherer Erwerbsbiografien (Arbeitslo- senzeiten,prekaere Arbeitsverhaeltnisse wie Mini-/400-Eurojobs/Zeitarbeit,gesundheitsbe-
bedingte Unterbrechungen durch ruinoese Arbeitsbedingungen kapitalistischer Er- werbsarbeit)
es erst mal schaffen, 45 Versicherungsjahre zusammenzukratzen. Die angebliche Grossherzigkeit, abschlagsfrei in Rente gehen zu koennen, ist zudem die Gleichgueltigkeit demgegenueber, was jemand in 45 Jahren verdient hat.      

In wieviel Std., Tagen, Wochen, Monaten jemand vielviel Lohn angesammelt hat, davon haengt entscheidend die Rentenhoehe ab. Auch mit 45 Jahren Beitragszeit kann jemand mit Rentenbezug unter Sozialhilfesatz geraten.

   




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