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Rentenreform

- Aktuelles 6                              

Stand: Juni 2014



Rentensache 2014 - eine Fortsetzung:

Zur ideologischen Begleitmusik anlaesslich der Rentenreform 2014
(u.a. abschlagsfreie Rente mit 63)



Wie schon an anderer Stelle kritisiert wurde 

- siehe: Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot-Dez.'13/Jan.'14  - ,


hat die Oeffentlichkeit die regierungsseitige Neuordnung bleibender Armutstatbestaende in Lohn-
arbeit und im Alter frech als Milliardengeschenke an arme Leute denunziert: erbaermliche Be-
zahlung von Lohnarbeitern verschwindet nicht, wenn die Regierung eine Untergrenze fuer arbeitende
Arme einzieht; die Altersarmut und ihre Verschaerfung ist nicht aus der Welt geschafft, wenn die
Rentenpolitiker einíge Ausnahmen von abschlagsfreier Rente definieren, die allgemeine Senkung
des Rentenniveaus durch sukzessive Heraufsetzung des Renteneintrittsalters und bestimmte
Senkungsfaktoren (demographischer Faktor usw.) weiterhin in Kraft bleibt.

Ein aehnlicher Tenor war auch in einer Sendung zur Rentenfrage 2014 zu vernehmen (s. TV-Sen-
dung ZDF/Frontal 21 v. 10.6.14).Einiges weitere Ideologisches sei hier aufgespiesst:


1.

Das gesetzliche Rentensystem sei ungerecht, weil, nur wer Einkommen beziehe, auf entsprech-
ende Rente komme. Kindererziehungszeiten wuerden zwar minimal bei Rentenberechnung be-
ruecksichtigt, aber dies sei unzureichend: zu wenig Anerkennung dafuer, dass Kinder als kuenf-
tige Beitragszahler in die Welt gesetzt werden.

Hier wird sich untertaenig auf eine Leistung fuer die Nation berufen, die ordentlich honoriert ge-
hoere. Es ist keine Kritik daran, wie der Staat die Leute dazu zwingt, staatlich definierte Renten-
ansprueche zu erarbeiten; auf Leistung fuer kapitalistisches Wachstum wird insistiert als Voraus-
setzung dafuer, im Alter mit mickrigen Geldern abgespeist zu werden.

Kinderkriegen hat im Wesentlichen Gratisgabe fuer die Nation zu sein, ist selber kein unmittel-
barer Beitrag zum nationalen Reichtum und wird deshalb nicht, jedenfalls nicht merklich mit
Rentenpunkten bedacht.




2.

Ein Prof. Bosbach behauptet, dass Neujustierung des Rentensystems mit Einfuehrung der priva-
ten Altersvorsorge ueberfluessig gewesen sei: der Produktivitaetszuwachs erlaub(t)e es, der
Altersarmut beizukommen, so dieser nur gerechter verteilt wuerde.

Als ob es auf Produktivitaet im Kapitalismus nicht einzig fuer den privaten und Staatsreichtum
ankommt, wird hier die Vorstellung lanciert, man koenne die kapitalistischen Zuwaechse quasi
zweckentfremden, damit auch die soziale Abteilung der buergerlichen Gesellschaft an ihnen parti-
zipiert. Eine solche gelehrige Einlassung kommt nie auf den Einfall, zu kritisieren, wie Staat
und Kapital Arbeitende und Alte systematisch für ihren Reichtum funktionalieren; eher haelt
dieser Professor dem Kapitalismus samt seiner Gewalt zugute, was man doch alles Schoene
mit den Ertraegen der Ausgebeuteten fuer diese anstellen koennte. Den Zynismus, erst die
Leute nach Strich und Faden auszunutzen und dann von den Ergebnissen ihrer Ausnutzerei
im Alter wieder was zukommen zu lassen, wuerde dieser Gelehrte weit von sich weisen.







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