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Kritische Politik-
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Rezension







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Lohoff/Trenkle: Die große Entwertung, Unrast-Verlag, 2012


Der x-te Aufwasch einer Theorie des Zusammenbruchs des (Welt-)Kapitalismus mit der generellen
Falschbestimmung einer "Abschmelzung der Wertquelle" des Kapitals; vor dem Hintergrund der sich
seit 2008 hinziehenden Weltwirtschaftskrise "bereichert" um die Abteilung Finanzkapital: nicht weniger
verkehrt erklaert mit einer "krisenaufschiebenden" Funktion desselben einerseits, ebenso anzuzweifelnden
Potenzierung des prognostizierten heraufziehenden Systemcrash durch es andererseits.

Zur angeblichen Abschmelzung der Basis der Wertproduktion: Hier bringen sie durcheinander, wie Produk-
tivitaet mit der Wirkung reichhaltigeren Warenausstosses bei geg. Arbeitsaufwand sich wertsenkend bei der
einzelnen Ware bemerkbar macht ( eine Widerspruechlichkeit an der Warenproduktion, die sich alle Kom-
mandeure derselben gegeneinander zunutze machen, naemlich als Konkurrenzmittel des wechselseitigen
Streitigmachens von Marktanteilen ) - und andererseits, wie Einsparung von bezahlter Arbeitskraft als Mittel
der Kapitalkostensenkung eingesetzt wird, welche Trenkle u. Co.  als systemische Zuspitzung uebertreiben,
mit dem Wegfall einzelner Traeger von Arbeitsvermoegen ginge die gesellschaftliche Wertmasse kaputt nach
dem falschen oekonomischen Motto: je mehr Arbeitende an der Werkbank stuenden, fuer desto mehr Wert
verbuergten sie - als ob es nicht auf rentierlichen Arbeitskrafteinsatz ankommt, wo also mit dem Abbau von
Lohnkosten und der extensiveren und intensiveren Arbeitskraftausnutzung der Restbelegschaft dem Kapital an
dem vergroesserten Ueberschuss ueber das verauslagte Kapital gelegen ist.

Zum einen definieren sie das Finanzkapital als Auseinanderfallen von Verwertung und Kapitalsierung oder
Vorkapitalisierung, insofern es ein Vorgriff auf erst kuenftig zu schaffenden Wert sei. Als solches sei es
einerseits die Antwort auf angeblich fehlende Verwertungsmoeglichkeiten beim fungierenden Kapital. Hier
leisten sie sich den logischen Schnitzer, insofern es als ersatzweise Vornahme von Akkumulation hingestellt
wird, dessen Bestand einzig daran hinge, dass unaufhoerlich mehr sog. Eigentumstitel in die Welt gesetzt
wuerden als durch "Blasen" untergingen - dann aber schert es sich um irgendwelche "Bezugspunkte" zur "sich selbsttragenden Wertproduktion" des Produktionskapitals gerade nicht, sondern hat ihren Vermehrungsmaßstab einzig in sich, in der Selbstbeglaubigung der Vermehrungsfaehigkeit des Finanzkapitals.

Zugleich wird aber per definionem - Finanzkapital als Vorgriff auf kuenftigen Wert - die Unaufloeslichkeit von
Finanzkapital mit einer behaupteten Entsprechung in der Realwirtschaft festgehalten; das Finanzkapital habe sich in letzter Instanz mit seinen Vorgriffen an den tatsaechlich geschaffenen Werten in der Realoekonomie zu bewaehren. Insofern mit der "Abschmelzung" der Wertquelle bei den reellen Kapitalisten Vorgriff auf Werte und deren Einloesbarkeit immer weiter auseinanderdriften wuerden, gerate das Finanzkapital letztlich mit in den Sog
der systemsprengenden Krise der Industriellen bzw. verschaerfe diese sogar. Und damit haette man den Ruin des kapitalistischen Gesamtsystems komplett vor Augen.

Auch daran, wie sie die finanzkapitalistische Sphäre behandeln, sieht man:
T., L. und Co. drehen jedes Stueck Kapitalismus so hin, dass es in ihr Vorurteil der Selbstabdankung der
Bourgeoisie hineinpasst.
           


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