Tages-Politik - Analyse und Kritik

 
 










 

Juni 2020

Lu f t h a n s a:
9 Mrd. staatliche Kapital- und Kreditstütze + 22.000 angekündigte Massenentlassung
- ein Paradebeispiel gelungener Kombination von Staatsrettung eines Global Players und
kostenmäßiger 'Ausmistung' für den Fortbestand einer Luftfahrtschmiede, aus der Corona-Krise herausführend und für eine neue strahlende Zukunft des Konzerns nach Corona!


Aufgrund der seuchenbegründeten Stornierung des weltweiten Luftfahrtgeschäfts stellt sich selbst für erfolgsverwöhnte Konzerne wie Lufthansa die Frage der geschäftlichen Weiterexistenz. Der Staat gibt sich deshalb großzügig und stützt mit Mrd.-Kapital- und Kreditspritze die prinzipielle Funktionstüchtigkeit, das kommerzielle Überleben eines Luftfahrtkapitals von Weltbedeutung.

Wenn ein Luftfahrtexperte auf NDR-Info, 11.6.20, klarstellt, der Kreditteil der Hilfe sei kein 'Schongeld', weil auf Heller und Pfennig mit Zins rückzahlbar - und dies angesichts der Mauheit in den Kasssen des Konzerns-, so wird neben dem allgemeinen krisenhaften Absturz dies als zusätzlicher Sachzwang hingestellt, deswegen den Luftfahrtladen mal kräftig von den Arbeitskosten her, also den Überlebensmitteln von Beschäftigten zu bereinigen.

Das Geldvermehrungsinteresse auf die schlechtere Geschäftslage in Corona-Zeiten auf die Weise einzustellen, tarnt sich wie gehabt als Sachzwang, an dem man nicht vorbeikäme. Den lieben Mitarbeitern wird eingebläut, dass die Einsparung der schönen Arbeitsplätze, auf die Mittellose existenziell angewiesen sind,  auch wie geläufig das Mittel ist, sich so auch für den Konkurrenzkampf auf geschrumpfter Geschäftsbasis nach Corona zu wappnen.

Wie hieß noch mal der Spruch von 'unserem' Wirtschaftsminister Altmaier: möglichst jeden Arbeitsplatz zu retten mit seinen Unternehmerhilfen - damit ist offenbar die angekündigte Massenentlassung von 22.000 bei Lufthansa gut zu vereinbaren, wie "sozialverträglich" diese auch immer abgewickelt wird.

Wer von den Freunden der Arbeitnehmer wieder mal vermisst, dass mit den Rettungsmilliarden letztere kaum vorkämen in Form von Auflagen an den Konzern, will eins ums andere mal nicht kapieren, dass kapitalistisches Geschäft und die Belange der Abhängigen sich nun mal nicht miteinander vertragen bzw. allenfalls so, dass und insoweit deren Benutzung und Bezahlung der Vermehrung von Kapitaleigentum nützen.