Tages-Politik - Analyse und Kritik

 
 



Juni 2020

30.6.20 - Zum Zynismus „humanitärer Hilfe“ (hier im Fall Syrien)



Eine internationale Syrien-Geberkonferenz habe Hilfen in Höhe von 6,9 Mrd. Euro zugesagt: für Nahrungsmittel, medizinische Hilfen und Schulbildung.

Diejenigen, die sich hier als Helfer in der Not stilisieren, sind dieselben, die mit ihren politischen und militärischen Einmischungen mit dabei sind, wenn Hunger, Elend und Tod Länder wie Syrien heimsuchen. Man erinnere sich nur: dem Mann in Damaskus wurde von den führenden kapitalistischen Nationen einst die Feindschaft erklärt und damit dessen kriegerische Aufmischung befördert. Dieser Zynismus findet seine Fortsetzung darin, dass die großartigen Hilfslieferungen als Hebel dienen, weiterhin, weitergehend oder neu imperialistisch da unten mitzumischen.

Nachtrag:
Am aktuellen Streit über die Öffnung von Grenzübergängen für 'Hilfstransporte', mit dem Ergebnis, dass sich Russland als Schutzpatron des Assad mit der Zulassung eines einzigen Übergangs durchgesetzt hat (Meldungen v. 11./12.7.20), kann man eine Auseinandersetzung darüber studieren, wer wie seinen Einfluss in diesem "Krisengebiet" zu behaupten vermag.