Tages-Politik - Analyse und Kritik

 
 





























15.06.2022 – zur Sache mit der allg. Dienstpflicht:


Die Mobilisierung für den selbstlosen Dienst der Untertanen für die Ukraine-Kriegsaffäre ihres Staates kommt voran
-neben der ohnehin praktischen Einforderung von Dienstfertigkeit für die Nation

 

Wie flott doch der Übergang von 40 bis 50 Jahren BRD-Politik des „friedlichen Ausgleichs“, darin eingebettet die Parole von einst von wegen „Nie wieder Krieg“, dahin geht, die Nation kriegstüchtig zu machen: nach den Polit-Oberen habe man sich auf „Ernstfall“ einzustellen; es werden zehntausende Reservisten der Streitmacht reaktiviert. Allerdings: so entgegenstehend kann es sich mit friedlichem Auskommen der Staaten (mal abgesehen von den regional begrenzten Gemetzel des Westens gegen unbotmäßige niederrangige Staatengebilde wie Irak, Libyen usw., der Ausgewogenheit wegen: von russischen Interventionen zur Stabilisierung seines Umfeldes gegen ein paar abtrünnige Regionen abgesehen) und global im Gange befindlicher kriegerischen Auseinandersetzung seit Moskaus Invasion in die Ukraine nicht verhalten. Da war und ist unter solch verharmlosenden Titeln wie „regelbasierte Weltordnung“ oder „europäische Sicherheitsarchitektur“ ein wuchtiger Anspruch auf Unterordnung anderer Staaten unter die Verkehrsformen der Benutzung durch die westlichen Mutterländer des Kapitalismus unterwegs, der notwendig die Gewaltfrage auf die Tagesordnung setzt, was erst recht potentere Staaten mit ihrer souveränen Verfügungsmacht als verträglich befinden. So im Falle Russland dieser Befund negativ ausgefallen ist, wissen die Freiheitsställe des Westens sogleich umzuschalten schlicht auf die Sprache der Gewalt – so die Gegenseite sich nicht fügen will, kenne man nur noch den Gesichtspunkt der kriegsträchtigen Gegenoffensive.

Und für die Mobilisierung dafür neben der ohnehin praktischen Indienstnahme der Untertanen ist im Volk als die Basis des gewaltsamen Herumfuhrwerkens längst einiges auf dem Weg: propagandistisch aufbereitet für die Auseinandersetzung mit einem zum Feind Erklärten (mit einer anhaltenden Flut der Abspulung des Feindbildes vom abgrundtief Bösen am Gegner) bzw. dessen Einplanung als künftiges Kanonenfutter; für das wirtschaftskriegerische Niedermachen des Ausbunds des Bösen verordnet der Staat dem Volk einige materielle Opfergänge: Inflation, eine Verteuerungsspirale nach der anderen, u.U. kalte Heizungen im Winter, wenn die Kappung von Gas- und Ölzufuhr aus Moskau zu dessen Ruinierung es nötig macht.

Zuguterletzt macht nun das Gerede von einer allgemeinen Dienstpflicht die Runde, wo man zeigen kann, was die Stunde geschlagen hat: der selbstlose Einsatz für die Nation. Wehrpflicht ist zwar einstweilen abgeschafft, in Kriegszeiten wie heute ist eher die Begeisterung für den Dienst an der Waffe gefragt; eine Wehrbeauftragte setzt dagegen bislang darauf, wie bei den Untertanen wie von selbst sich die „Attraktivität“ der Streitmacht einstellt.

Am 15.5.22 äußert sich eine Juso-Vorsitzende beim DLF distanziert wohlwollend zum uneigennützigen Engagement für Staat und Nation: wenn sowas ins Spiel gebracht wird, warum dann auf die Jungen begrenzen – entsagungsreiches Mitmachen stünde wohl allen Altersgruppen gut zu Gesicht. Das Einvernehmen mit statt einfach schlichte Zurückweisung der verlangten Betätigung von Opfersinn (zur Unterstreichung: dies ist die totale Hintanstellung eigenen materiellen Wohlergehens, woran einem eher endgültig der knallharte Gegensatz zu dem staatlichen Wirken in Friedens- wie Kriegszeiten auffallen könnte) ist dieser Jung-Sozialisten sowas von geläufig: sie verweist ausdrücklich auf nicht wenig verbreitete Bereitschaft zum Einsatz fürs Gemeinwohl; kritisch sei allenfalls zu bewerten, dass dem ein Mangel an Möglichkeiten gegenüberstünde, sich ehrenamtlich auszutoben.