Tages-Politik - Analyse und Kritik

 
 











 

28./29.08.2020 - Zu dem staatsgewaltigen straf- und bußgeldbewehrten Vorgehen in Corona-Zeiten:

Der Staat macht mobil mit dem, was dieser am besten beherrscht: die unnachsichtige
Geltendmachung seiner Rechtsgewalt gegen Gegner seiner Seuchenabwehr, Abstands-/Masken- und Quarantäne-Muffel


Der bürgerliche Staat lässt verstärkt eine schon öfter zu bemerkende Absurdität seines Seuchenbekämpfungsprogramms raushängen: erst legt dieser mit dem ganz normalen kapitalistischen Gang seine Untertanen auf Leistungen und Dienste zu fremdem Nutzen fest mit der dazugehörigen armseligen unterwürfigen Geisteshaltung und Rücksichtslosigkeit gegen sich selbst, dem puren Gegenteil zu Einsicht in irgendwas.

Und wenn die Hoheit sich angesichts eines die Volksgesundheit gefährdenden Virus veranlasst sieht, einiges im bürgerlichen Getriebe zu stornieren oder unter Beschränkungen zu setzen, muss er seine Untertanen auf die Weise zurückpfeifen - bei denen andererseits die Früchte der praktischen Festlegung auf Dienste für Staat und Kapital so durchschlagen, dass sich die Untertanen z.T. als Fanatiker des ungehinderten Lohnarbeitens outen; oder sich das sonst staatlich Erlaubte, die konsequenzlose, auf Ohnmacht festgelegte Demonstration von Unzufriedenheit ganz ohne staatlich verordnete Hygieneregeln herausnehmen; oder auf die unbefangene Feierei als Kompensation für die Lohnarbeitermühen, sonst zugelassen, gegen Seuchenauflagen insistieren (dass diese Sorte Widerspenstigkeit nicht im Entferntesten was Revolutionäres an sich hat, sondern das Bornierte beinhaltet, sich auf die implementierten bürgerlichen Usancen als Inbegriff gelebter Freiheit zu berufen, wurde schon anhand der Prinzipien der sog. Corona-Proteste aufgegriffen).

Der Staat hat sich folgendes 'Problem' mit seinen Widerständlern unterm Volk eingehandelt: Die staatsbürgerlichen Dummheiten und Rücksichtslosigkeiten gegen sich und andere in virus-freien Zeiten abrufen können, diese als "Produktivkraft" fürs Laufen des kapitalistischen Geschäfts und Staatsmacherei zu schätzen, heißt andererseits, dass diese dem Staat wegen einer Pandemie in die Quere kommen, sodass dieser dagegen nur eine Waffe kennt: die Brechung des seuchenpolitisch unerwünschten Dagegenhaltens von Volksteilen, eben gegen seine Seucheneindämmungsmaßnahmen. Die Widerlegung von irgendwas falsch Laufendem ist dem Staat genauso nicht von dieser Welt wie seinem Untertanen die Überzeugung von was (wie nicht nur in Talk-Shows Personen des öffentlichen Lebens den Staatsfan in sich zum Besten geben und sich dabei mit dem guten Gewissen, der Sorge um die Gesundheit von "uns allen", schmücken, ist nicht nur grauenhafte Heuchelei, sondern unterstützt eine Offensive des Durchgreifens von Seiten dessen, der auf sein unbedingtes Gewaltmonopol, eben gleichgültig gegen irgendein Vorbringen der ihm Unterworfenen pocht).

Andererseits: in seinem Fanatismus, das, was man für gewöhnlich darf und muss, als Inbegriff der Freiheit zu huldigen, weiß der widerspenstige Bürger gar nicht zu würdigen, wie sehr es dem Staat auf den Weiterbetrieb seines kapitalistischen Ladens ankommt, sodass er schon seit einiger Zeit (nach dem Abflachen des 'exponentiellen' Anstiegs der Corona-Fallzahlen) Virusbekämpfung und Wiederherstellung der bürgerlichen Normalität Hand in Hand zu gehen lassen gedenkt - allerdings mit Einführung, Aufrechterhaltung und ggf. Verschärfung von Auflagen (wenn nämlich seine Lockerungen dem Aufkommen neuer Hotspots geradezu zuarbeiten), die die Freiheitshelden in ihrer Absolutsetzung des staatlich Zugestandenem nicht aushalten wollen.