Tages-Politik - Analyse und Kritik

 
 













07.09.20 - Zukunftskommission Landwirtschaft:

Landwirtschaftsministerin Klöckner posaunt als Parteinahme für die kapitalistische
Landwirtschaft und deren Sauereien raus, was Marxisten schon mal als Kritik an
dieser vorbringen



Eine Kommission aus Vertretern der Landwirtschaft, Handel und Ernährungsbranche, Verbraucher-, Umwelt- und Tierschützer sowie Wissenschaftler soll Empfehlungen abgeben, wie es weitergehen soll mit der kapitalistischen Landwirtschaft auf dt. Boden angesichts der Anhäufung von allerlei Schädlichem (betreffend Grundwasser, sonstige natürliche Umgebung) - wo sich, wie gehabt, der Staat die souveräne Entscheidung gegen die Beteiligten vorbehält, was dieser für das fortgesetzte geschäftliche Wirtschaften des Bauernstandes und anderer im Ernährungsgewerbe Involvierter für nötig hält.

J. Klöckner stellt klar, dass oberste Leitlinie bei Auflagen gegen die Landwirte sein müsse, dass deren Gewerbe als rentables und weltmarktmäßig konkurrenzfähiges erhalten werden müsse. Wegen schädlicher Wirkungen auf Grundwasser (Stichwort: Nitrateinträge) und des Einsatzes von Pestiziden bei den Anpflanzungen auf den Feldern und damit der Versauung grundlegender materieller Voraussetzungen sollen die Bauern Leistungen und damit zusätzliche Kosten für die Pflege der natürlichen Bedingungen der kapitalistischen Wirtschafterei erbringen bzw. in Kauf nehmen - was natürlich sofort die Kosten-Überschussrechnung der Bauern tangiert, weshalb für die hoheitlichen Aufpasser über die Agenten der Geldheckerei so klar wie nichts ist, dass bei der Abwägerei zwischen der Profitmacherei und der Umsorgung der natürlichen Voraussetzungen genau dafür den Geschäftemachern nicht allzu viel zugemutet werden dürfe.

Von daher die Vorgabe der amtlichen Betreuerin des Bauernstandes, einerseits auf diplomatisch heuchlerisch zu machen, dass ein ausgewogener Kompromiss zwischen den Interessen der Landwirte, Verbrauchern etc. herausschauen sollte, aber im Grunde als Richtschnur vorzugeben, dass die Geschäftstüchtigkeit der dt. Landwirtschaft weltweit zu sichern sei. Also, an den Methoden, die einiges an der Umwelt ruinieren, als Mittel des Geschäfts nichts nachhaltig ändern, sondern Auflagen gegen Umweltschädliches oder Tierquälerei (z.B. Kastenstände bei Schweinen) haben sich daran zu relativieren, dass die Geldmacherei mit Vieh, Getreide, Obst, Nahrungsmittel im Wesentlichen so weiter gehen kann wie bisher. Kann man deutlicher machen, dass ökologische und Tierwohlgesichtspunkte, wie sie Natur- und Tierschützer vor sich her tragen, nie und nimmer den Stellenwert für die Verwalter des Kapitalstandortes einnehmen, wie die Idealisten der hiesigen bürgerlichen Wirtschaftsnation als Maßgeblich sein sollende sich einbilden. Kapitalismus-Gegner sind darüber nicht in Sicht, wenn unverrückbarer Standpunkt ist, die festgestellten Versauungen von Gewässern, Nahrungsketten etc. nicht als den Geschäftemachereien eigene festzuhalten, sondern fest an die Vereinbarkeit von letzterem und "gutem" Leben mitten im Kapitalismus zu glauben - weshalb der Staat mit seinen Gewaltmitteln der erste Adressat ist, den "unverantwortlichen" Geschäftsinteressen zu Leibe zu rücken. Und sich dann enttäuscht geben, wenn die bürgerliche Hoheit damit, dass sie die Gewinnemacherei ins Recht setzt, deswegen lauter Rücksichtnahmen darauf walten lässt, so dass der Stoff für Aufreger über fortgesetzt Unbekömmliches aus Wasser, Nahrungsmittel usw. nie ausgeht. So kommen Umweltaktivisten nie zu einer gescheiten Kritik der nationalökonomischen Räson, in dem sie diese in den staatlichen Maßnahmen gegen die Geschäftsleute der Nation (ob Landwirte oder andere) aufspüren: die absolute Vorrangstellung der Gelderwirtschaftung, wo sämtliche Vorgaben/Auflagen davon künden, dass die kommerziellen Gewerbe nach Maßgabe des Laufens des Insgesamt der Geldheckerei von ihren Subjekten zu praktizieren seien; wobei es sehr dehnbar ist, wie die gesamtkapitalistische Sicht der Staatsgewalt und die einzelkapitalistischen Vorteilsrechnungen übereingehen. Eher sehen Umweltschützer ihren unerschütterlichen Glauben an die Staatsagenten als Verbündete für naturgerechtes Wirtschaften angekratzt, wenn sie denen Inkonsequenz oder Lobbyismus vorhalten - also der falsche Vorwurf vermissten souveränen Gewalteinsatzes, wie dieser sich eigentlich im umweltschützerischen Sinne gehöre: nicht tot zu kriegender Staatsfanatismus auf ökologisch.