Tages-Politik - Analyse und Kritik

 
 











 

Zur ARD-Politsendung „Monitor“ und ihrem grundverkehrten
Motto
„Hintergrund statt Oberfläche“:

Dass, was Monitor an Hintergründigem liefert, ist genauso
verkehrte Sicht aufs politische Geschehen wie die Entgegensetzung
zu Oberflächlichem deswegen von einer falschen Alternative zeugt


Vorbemerkung:

Nicht nur, dass Monitor komplett durch Abwesenheit des argumentativen Begründens von etwas glänzt; die Sendung beherrscht auch die Gemeinheit der Zensur: Despektierliches wird zumindest unter Nennung des Kommentators zu einem ihrer Themen als nicht seiner Netiquette entsprechend nicht veröffentlicht statt kritisiert; Argumente, die den Verdacht links gestrickter Absage an Staat, Nation, bürgerliches Untertanentum und kapitalistisches Wirtschaften wie imperialistisches Herumfuhrwerken auf dem Globus hegen, werden gleich von vornherein aussortiert. Im Folgenden wird anhand ausgewählter Themen klargestellt, wie fehlerhaft und parteilich die politische Berichterstattung der Monitor-Macher beschaffen ist.


ARD-Sendung Monitor v. 08.07.21:

A) Zu Afghanistan und Abschiebungen

Einerseits: Bundeswehr sei abgezogen, weil sie angeblich den Terror und Krieg dort nicht aufhalten konnte/könnte („Sicherheit“ durch Anwesenheit der Bundeswehr?).

Andererseits wird sich auf den Spruch ehemaliger Bundesinnenminister berufen, die Bundeswehr sorge für Sicherheit in A. und deswegen könne problemlos abgeschoben werden. Seehofer und Maas passten ihre Begründungen so an, dass fortgesetzt abgeschoben werden könne, indem behauptet wird, eine Gefahr für die Zivilbevölkerung sei nicht gegeben angesichts des Abzugs der Militärs.

Nicht der Umstand wird kritisiert, wie der hiesige Staat Aufenthaltsberechtigung unter Vorbehalt stellt oder gleich Asylbegehren abweist, weil Fremde als Untertanen eines anderen Staates (erst recht, wenn an als „Straftäter“ dingfest Gemachten der fehlende Respekt vor hiesiger Obrigkeit und ihrem Recht, der unbedingten Unterordnung darunter, evident werde) ausgänglich prinzipiell als nicht hierher gehörig eingestuft werden und Ausnahmen davon von nationalen Berechnungen diktiert werden in Absetzung davon, welches Interesse, welche Nöte Ausländer dazu bewegt, ihr Land zu verlassen. Monitor glaubt der offiziellen Legitimation für Abschiebungen, so sie so vorgetragen wird, dass für die Sicherheit in A. gesorgt werde, als die Bundeswehr noch da unten hauste. Als ob Sicherheit im Munde von Weltpolitikern nicht der Titel ist, unter dem ein imperialistischen Interesse dort hinten waltet, wegen dem sich militärisch engagiert wurde, dies gerade nicht mit der Abwendung von Schaden für die Abgeschobenen zusammenfällt: was daran auffallen könnte, dass sie in elende Lebensverhältnisse, noch dazu unter anhaltenden Kriegszuständen entlassen werden; kein Bundeswehrsoldat verhindert im Falle eines Falles, dass man von Geschossen oder Raketen getroffen wird. Angesichts der falsch verstandenen Sicherheitsräson strickt Monitor eben daran weiter: das Maßnehmen am erlogenen Sicherheitsversprechen führt dazu, dass man sich enttäuscht gibt und der Regierung Heuchelei vorwirft, wenn trotz Bundeswehrheimholung und vermehrtem „Terror“ der Taliban weiterhin bedenkenlos abgeschoben werden könne. Es wird gar nicht die Sauerei aufs Korn genommen, dass die Offiziellen sich von Fall zu Fall die Rechtfertigungen zurechtlegen, die dazu passen, dass Afghanen von hier wegverfrachtet gehörten, also die Perfidie, dass die Regierenden in der Abschiebung in vermehrtes Kriegsgeschehen keinen Verstoß gegen humanitäre Grundsätze sehen können, weil es auf die und deren Einhaltung realiter offenbar gar nicht ankommt, bzw. sich die so zurechtlügt, dass ungeachtet der offensichtlichen Gefahren des Umkommens in A. guten Gewissens die Afghanen rausgehauen werden könnten. Es ist eine billige Tour der Monitor-Macher, vom imperialistischen Gehalt der deutschen Afghanistan-Politik nichts wissen zu wollen und stattdessen auf der Ebene ordentlichen staatlichen Benimms das regierungsseitige Vergreifen an hehren Grundsätzen des Umgangs mit den armen Schweinen aus A. auswalzt, deren praktische Relevanz gegen Null geht.


B) UEFA - Fußballeuropameisterschaft - Ungarn
- Zur dümmlichen, untertänigen Rüge gegen UEFA, sich nicht mit ihren versammelten Idealen einspannen zu lassen gegen ein ungarisches Gesetzesvorhaben zur Sexualerziehung (als anti-homosexuelle Stoßrichtung verunglimpfend) -

UEFA verstoße gegen ihre eigenen Werte wie Humanismus, Vielfalt und Toleranz, wenn sie sich nicht gegen "Inhumanes" wie Ungarns Gesetz zur Sexualerziehung (über Verlagerung der Kompetenz dafür auf Elternhaus und Beschränkung von Informationen über "sexuelle Vielfalt" ziele dies gegen homosexuelle Orientierung: selbst, wenn es so stimmte, Ungarn verlegt sich darauf, dass sich auf heterosexuelle Fokussierung die Keimzelle und der Nachwuchs für die Nation gründe - was auch den "Liberalen" unter den imperialistischen Demokratien nicht unbekannt ist, aber die auch diese interessierende Produktion von für nötig befundenen staatsbürgerliche Nachkommen geht offenbar gut damit zusammen, dass sie sich tolerant geben, wer mit wem seinem Vergnügen nachgeht) wende - sogar bloße Symbole für diese moralischen Grundsätze wie Fahnen mit Regenbogenfahnen in den Stadien verbieten würde.

Erst mal kann man festhalten: die UEFA ist eine internationale Sportorganisation im Bereich Fußball. Das Politische verortet sich so, dass hier Nationen auf dem Sportfeld in Gestalt ihrer Sportler gegeneinander antreten. Im Zuge der Durchführung der Sportveranstaltungen reklamieren die nationalen und internationalen Sportorganisationen im Verhältnis der Sportler und dieser zu den Fans und der letzteren untereinander die Ideale der Toleranz, Fairness und Humanität. Ihre Kompetenz erstreckt sich selbst erklärend und von den Staaten ebenfalls so gewollt auf die Begegnungen über Sport und Spiel und wie diese auch gemäß den Moralprinzipien ablaufen. Sie ist keine politische Partei, geschweige denn Exekutivorgan von Staaten. Allgemeinpolitische Angelegenheiten und wie im Zuge von deren Abwicklung Staaten ihre Werte gegeneinander in Anschlag bringen, ist eben deren originäres Betätigungsfeld und wird auch derart von diesen in Anspruch genommen. Von daher kann sich die UEFA guten Gewissens auf das Prinzip der Nichteinmischung außerhalb der zwischenstaatlichen Sportereignisse berufen. Monitor und Konsorten wollen die UEFA entgegen dem von der Staatenwelt abgenickten Zweck von Sportorganisationen wie UEFA diese für eine internationale Affäre wie die der EU gegen Ungarn funktionalisieren. Es wird weder als störend empfunden, wie selbst in den zwischenstaatlichen Sportwettkämpfen eine Prise imperialistischer Gehalt bemerkbar ist, insofern diese als Aushängeschild für nationale Angebereien benutzt werden - noch die Absurdität auf Korn genommen, dass das Propagieren all der hehren Leitlinien wie Anti-Rassismus felsenfest von dem Fortbestand der Quelle immer wieder aufkommender Hässlichkeiten ausgeht: gegen die Praxis derselben wird das Anti dazu gepredigt, welche erstere nie ausstirbt, solange kapitalistische und national gefärbte Konkurrenz und nationales Eingehaustsein vorherrschen. So ist es nicht verwunderlich, dass just zum Endspiel der Europameisterschaft und dem Vergeigen des Euro-Titels durch die Engländer die farbigen Spieler unter denen zur Zielscheibe rassistischer Verunglimpfung werden (s. die Meldungen dazu am 12.7.21), weil die vergebenen Elfmeter seitens dieser nationale Schande über die britische Nation gebracht hätten (Die Hautfarbe wird da zum Zeichen für national-sportliche Unfähigkeit zu Ehren Englands stilisiert). - Und was soll man noch groß loswerden darüber, wie Monitor und sonstige Öffentlichkeit das Einvernehmen mit den Imperialisten bekundet, einem widerspenstigen Staat wie Ungarn, nämlich auf sich als Nation und seine egoistischen Interessen  zu bestehen, zuzusetzen, die Unterwerfung unter europäische Ansagen aus Brüssel oder den sonstigen Hauptstädten der EU abzuringen.



Zur ARD-Politsendung „Monitor“ /17.6.21 folge dem Link

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